Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1919)
- Article
- [Ohne Titel] / J. Sch.
- Date
- 1919-05-01
- Page
- 208 (sequence 6)
- Language
- German
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208 Im seiitschen Reich Schöpfungdie in dieser Form vor ihm noch nicht da mar. Ein» wände, daß sich viele Künstler wiederholen, also nicht Schöpfer sind, oder andere nachahmen, treffen sowohl für jüdische als christliche Künstler zu. Aber Herr Diederichs denke z. B, an den Juden Max Liebermann, dessen Gemälde bahnbrechend wirkten, und dessen Schöpfungen als Gründton dasjenige besitzen, was man deutsch zu nennen pflegt. Aus das weite Gebiet der jüdischen Wissenschaftler, die neue wertvollste Entdeckungen in jahrelangem Ringen ihrem Vaterland und der Welt schenkten, wollen wir hier nicht eingehen. Eugen Diederichs ist zu seinem allgemeinen Vorwurf, im Zusammenhang mit der Feststellung gelangt, ' daß, die Politiker der Nationalversammlung im wesentlichen aus Kleinbürgern bestehen, daß die großen Intelligenzen fehlen. Die logische Folge wäre doch eigentlich, zu verlangen, daß auch mehr hervorragende Juden in die Nationalversammlung gewählt werden. Abgeschlossen 25. April. Züdische Rundschau. Während viele Zionisten in Gedanken schon den Judenstaat in Palästina unter englischem Protektorat aufrichten, tobt in Paris ein scharfer Kampf zwischen der englischen und der französischen Diplomatie um die Oberhoheit über Syrien und Palästina. Der Emir F a i s s u I, der zum künftigen König des von den Engländern gewünschten Araberreichs ausersehen ist, hat einen Brief an den amerikanischen Zionistenführer Dr. Frankfurter gerichtet, in welchem er angeblich den Judenstaat in warmen Worten begrüßt. Aber kurz zuvor chatte er dem Pariser „Matin" die Erklärung abgegeben, daß er, als künftiger Beherrscher Syriens, an dem Schicksal Palästinas sehr interessiert sei, da 80 Prozent der dortigen Bevölkerung ans strenggläubigen Mohammedanern bestehe. Er habe zwar nichts dagegen,"daß die „unglücklichen Juden" aus Europa Hinkommen, um dort eine Z u f l u ch t s ft ä t t e zu suchen, allein „sie müssen n jiier einer m o hammedanischem oder chri st - l i ch e n R e g i e r u n g st ehe n; sollten sie irgendwelche staatliche Selbständigkeit-oder Souveränitütsrechte beanspruchen, so sehe-er, der Emir Faissul, s ch w e r e Gefahren voraus, es könnte zu ernsten Konflikten zwischen den Juden und den anderen Einwohnern Palästinas kommen". Was der Emir hier sagt, ist klar und einleuchtend. Die Juden werden nach Palästina einwandern dürfen, w i e b i s h e r, aber Ansprüche aus staatliche 'Unabhängigkeit oder Souveränität dürfen sie nicht erheben Im Grunde erheben die Juden auch