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Im deutschen Reich · 1919-04-01 · Heft 4 (April 1919) · p. 188

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 4 (April 1919)
Article
Die künstliche Erfindung der jüdischen Religionsgemeinschaft
Date
1919-04-01
Page
188 (sequence 2)
Language
German
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188 Im deutschen Reich anderes gewußt, als daß die Juden eine Religionsgemeinschaft sind? Hat er vor 20 Jahren schon gewußt, daß er Mitglied eines jüdischen Volkes ist?" Die rmtwrmlen MmderlMsrechte der deutschen Juden in der Verfassung niederzulegen, hat der Aba. Dr. Cohn (Unabh. Soz.) in -der deutschen Nationalversammlung am 28. Februar angeregt. Hierzu veröffentlicht der Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens folgende Erklärung: „Diese Auffassung wird von der ganz überwiegenden Mehrheit der jüdischen Bevölkerung Deutschlands nicht geteilt Sie stellt sich vielmehr auf den Standpunkt, daß wir Deutsche jüdischen Glaubens sind, daß uns das Deutschtum Nation und Volk, das Judentum Glaube und Stamm ist, daß uns die Glaubens- und SLammesart aber nicht völkisch von den Deutschen absondert, daß wir nicht jüdisch-national, sondern jüdische Religionsgemeinschast und kein jüdisches Volk, am allerwenigsten iu Deutschland sind. Dieser Standpunkt ist von uns seit Bestehen unseres Vereins verfochten und neuerdings wieder präzisiert worden in dem Aufsatz von Geh. Rat Dr. Eugen Fuchs in den „Neuen Jüdischen Monatsheften" vom 23. Januar 1919. Danach hat derjenige, der aus dem Judentum ein nach völkischer Macht strebendes, imperialistisches, von Volksleidenschaiten getriebenes Volk 'macht, den Begriff des Judentums nicht voll ersaßt. Wir glauben eine, höhere Auffassung vom Judentum zu haben, wenn wir das Volk der Religion, das Volk der Lehre nicht auf das Niveau eines weltlichen Volkes herabdrücken, das an Raum und Zeit gebunden ist und wie alle Völker gleich Spreu im Winde verweht." : Der Papst gerren ein jüdisches Palästina. Das Zentrumsblatt, dis „Germania", berichtete über eins Ansprache, die der Papst im Konsistorium zu Rom gehalten hat. Benedikt XV. äußerte sich hierbei auch über Palästina und gedachte der jahrhundertelangen Kämpfe der Christenheit gegen die Mohammedaner um die Stätten Er sagte hierauf: „Und nun, da diese heiligen Orte zur unbeschreiblichen Freude aller der Gewalt der Christen Zurückgegeben sind, kann es. uns nicht gleichgültig sein, welches Schicksal ihnen die Friedenskonferenz vorbehälr; denn ohne Zweifel wäre unser eigener Schmerz und der Schmerz aller Christen groß, wenn in Palästina die Ungläubigen eine bevorzugte Stellung erhielten. Er wäre noch größer, wenn diese erhabenen Stätten Völkern anvertraut würden, die nicht Christen sind. Wir wissen außerdem, daß nichLkaLholische Ausländer, die über Mittel aller Art verfügen, das Elend und das Leid, das der Krieg über diese Gegenden gebracht hat, dazu benützen, um für ihre Lehren Propaganda zu machen." Antisemitische Geistesverwirrung. Die „Deutsche Zeitung," das Berliner Hauptorgan der Schwerindustriellen, wollte die Spartakistenkämpfe gar zu gern in einen kleinen Judenpogrom ausmünden lassen. Zu diesem Zweck erzählte sie ihren Lesern Schauergeschichten über die angeblich russtsch-jüdischen Drahtzieher der Bewegung; sie hat sogar entdeckt, daß überzeugte Kommunisten als Abzeichen den sogenannten „Judenstern" tragen! Wir waren, so schreibt der „Vorwärts" am 13. Marz, schon im Begriff, den schwerwiegenden Angaben der „Deutschen Zeitung" über die jüdische Führung des Spartakistenausstandes ernsthaft nachzngehen^ als uns zum Glück folgendes einstel: Erst vor ganz kurzer Zeit haben wir unaufhörlich in der „Deutschen Zeitung" gelesen, daß gerade .die gegenwärtige Regierung Deutschlands ganz verjudet sei», daß Deutschland gegenwärtig nur von Juden beherrscht werde. Wir. erinnerten uns auch noch eines Wahlanschlages, gelegentlich der Wahlen

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