Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 4 (April 1919)
- Article
- Verein für Arbeitsnachweis
- Date
- 1919-04-01
- Page
- 187 (sequence 1)
- Language
- German
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' ■ Berrrnschtes 187 Der Verein für Arbertsnachrveis E. V. (begründet von den Berliner Logen XL O. B. B.), Berlin N. 24. Monbijouplatz 10. Fernsprecher Norden 9130, 9131, sieht nunmehr auf ein 23;ähriges Begehen zurück. War es dem Berein in diesen langen Jahren auch stets gelungen, seine humanitäre Aufgabe der kostenlosen Stellenvermittlung für Handel und Gewerbe erfolgreich zu erfüllen, so sieht er sich lwch jetzt angesichts des katastrophalen Niederganges unserer Volkswirtschaft vor turmhohen Schwierigkeiten. Die Arbeitslosigkeit wächst auch unter den Glaubensgenossen lawinenartig von Tag zu Tag; demgegenüber fehlt es an ArbeltsmogNchkeiten. Not. Elend und Demoralisation sind die traurigen Folgen. Dieser Gefahr auch nur eini gemäßen Herr zu werden, kann nur dann gelingen, wenn alle jüdischen Arbeitgeber es als ihre strengste Pflicht betrachten, dem .Verein als dem | ö b i s ch en Zentra l a r b e i r s n a ch w e i s In Groß-Berlin jede offene Stelle, jede, auch die geringste Beschäftigungs- Möglichkeit umgehend mitzuteilen. Um den Berliner Arbeitsmarkt zu entlasten, wo die wirtschaftliche Not unendlich schwerer und ernster ist als: im .Reichwärees besonders erwünscht wenn auch die Glaubensgenossen in d-er Provinz alle offenen Stellen, nicht nur kaufmännische, sondern besonders auch in-Handwerk und Landwirtschaft, hierher mitteilen würden. Das Gleiche gilt ä?züglich der mit dem Arbeitsnachweis verbundenen Lehrstellen ver mi t t l u ng für Lehrstellen aller Art. Eine große Urtterjtützung wäre es auch für den Verein, wenn die Abteilung Schreibstube , in der durch vorübergehend Stellungslose Schreib- und Maschinenarbeiten aller Art angesertigt. Reklamen usw. versandt werden, und die neu ungegliederte N ä h st u b e mit einschlägigen Aufträgen versehen würden. In den Räumen des Arbeitsnachweises befindet sich auch die von der tzauptstelle für Berufsberatung (Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens) eingerichtete Berufsberatung s st eile. Sie erteilt kostenlos Auskunft in allen die Berufswahl und Berufsumschulung betreffenden Fragen, insbesondere auch für Kriegsteilnehmer. Die Abteilung „Weibliche Berufe" befindet sich Rosenstraße 2/4. Verwischtes. „Die künstliche Erfindung der jüdischen Nel gisusstemeiuschaft". Der Zronistenführer, RechtsanwaltOr. Alfred Klee, hat auf einem Diskussionsabend des Jugenddundes nach dem in der „Jüdischen Presse" vom 21. Februar veröffentlichten stenographischen Bericht gesagt: „Erst Abraham Geiger — man denkt mitunter gar nicht daran, wie jung die Auffassung von dem lediglich konfessionellen Charakter des Judentums ist - hat auf der Rabbmerkonferenz zu Kassel erklärt, die Juden seien lediglich eine Konfession . . Die künstliche Erfindung der letzten 60 Jahre von der jüdischen Konfession muß wieder verschwinden " Hierauf hat Geh. Rat Eugen Fuchs in der Rheingold-Versammlung des Eentralvereins vom 26 Februar folgendes geantwortet: „Weiß Herr Klee nicht,' daß schon im Jahre des Ediktes vom 11. März 1812 der Grundsatz proklamiert wurde, daß die Juden als Inländer zu betrachten seien, und daß lange vor Abraham Geiger in Preußen vor dem Edikt vtm 1812 der Begriff der jüdischen Nation aufgehört hat, die Juden nicht mehr als Fremde gegolten haben und, wie die späteren ministeriellen Verfassungen besagten, keine besondere Gemeinde, ausgenommen eine kirchliche, nicht mehr eine politische, sondern nur eine kirchliche Verbindung gebildet haben? Will Herr Klee die letzten 100 Jahre ganz ausschalten? Hat er denn vor 20 Jahren etwas