Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 4 (April 1919)
- Article
- In Königsberg [Nachricht]
- Date
- 1919-04-01
- Page
- 183 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Vereinsnachrichten ISS fürworten. Ein jüdisch er autonomer Staat in Palästina würde unter englischem Einfluß stehen. Die Ortsgruppe Tilsit hielt Mitte Februar ihre Hauptversammlung ab. Bei den Vorstandswahlen wurden rmedergewählt: Dr. Arthur Ehrlich, Rechtsanwalt und Notar, 1, Vorsitzender. Eugen Hirschfeld, Brauereidirektor, 2. Vorsitzender. Eugen Laaser, SchneidemühleNbesitzer und Handelsrichter, Max Brände, Kaufmann, zu Schatzmeistern. Dr. Hugo Ehrlich, Rechtsanwalt," Schriftführer. Hugo Briuitzer, Kaufmann, Dr. Elias Löwenstoin, Arzt, Dr. Isert Rose!, Rabbiner der Kreis-Synaqogengemeinde. — An Stelle der ausgeschiedencn Vorstandsmitglieder, der Herren Jakob PerliZ und Justizrat Bodky-Nagn.it, sind neugewählt worden: Frau Jda Dkeyerowitz, Justizrat Cohn. Dann hielt Dr. Arthur Ehrlich euren Vortrag über die Stellung der deutschen.Juden zu den Fragen der Gegenwart, wobei er u. a, die FriedenZfrage und den Bolschewismus beleuchtete.?Die2luZführuugen fanden lebhafte Zustimmung. Die Versammlung beschloß ferner, einen Ausschuß zu bilden, der den in Tilsit umgehenden Gerüchten, daß an Schiebungen, Schmuggel und Hehlereien vielfach Juden beteiligt seien, nachgehen soll/ Eine Reihe neuer Mitglieder wurde gewonnen. Der Versammlungsraum erwies sich für die Veranstaltung als viel zu klein, so daß viele keinen Einlaß finden konnten. In Briefen (Westpreußen) fand am 4. März eine Werbeversammlung statL, in der Rabbiner Dr. Siegbert Neufeld über die Purimgeschichts im Lichte der Gegenwart sprach. Er zeigte, daß wir im Kampfs gegen Hamans geistige Erben aus dem Verhalten Mordechais viel lernen könnten. Der"Erfolg des Vortrags war eine Reihe von Beitrittserklärungen Zum Eentraloerein. In Nallbsr fand kürzlich eins gut besuchte Versammlung des OrLsvereins statt/ in der Rabbiner Dr. G o L d m a n n die gegenwärtigen Probleme der deutschen Juden in erschöpfender Weise beleuchtete. In Kaitowitz fand am-19. Februar unter dem Vorsitz des Studienrats Dr. Golds chmidt eine sehr stark besuchte öffentliche "Versammlung des Centralvereins im Saale des Residenzhotels statt. Mittelfchullehrer Ster n sprach unter lebhafter Zustimmung über Sorgen und Hoffnungen der deutschen Juden. Trotzdem der Redner die Bestrebungen der Zionisten in durchaus ruhiger Weis/berührt hatte, entwickelte sich, wie uns geschrieben wird, nach dem Vortrag eine wenig erquickliche ZionistendebaLte. Versammlungen in Ost-Wchsalen. Am 26. Februar veranstaltete die neugegründete Ortsgruppe Bielefeld eine Mitgliederversammlung, an der sich etwa 150 Personen beteiligten. Direktor Baruch überörachte die Grüße des Hauptvorstandes. Syndikus Dr. Holländer-Berlin sprach über „Ziele und Zwecke des Centralverems". Er bewies die Notwendigkeit der AöwehrtLtigkcit auch in der Gegenwart und beleuchtete die Grundlosigkeit der gegen die Juden erhobenen Vorwürfe der Drückebergerei, des Kriegswuchers ujw. auf Grund tatsächlichen Materials. Während der Redner glaubte, die Aussichten der politischen Zukunft optimistisch beurteilen zu können, war seine Ansicht in bezug auf die wirtschaftliche Zukunft der deut'chen Judenheit pessimistisch: er riet darum dringlichst zur B e r u f s i! m ch i ch t u u g. In der Debatte stimmte Rabbiner Dr. K r o n h e i m der von Dr. Holländer vertretenen Anschauung zu. Die von Rechtsanwalt Dr. Kamp gewünschte Aufklärung über die Stellungnahme des C. V. zum Zionismus und die durch ihn hervorgerufene innerjüdische -Bewegung gab Herr Prediger G o l d m an n - Herford, dem als Zionist Rechtsanwalt Dr. Müller erwiderte. Eine größere Anzahl von Nenanmel- Lunaen und Beitragserhöhungen bildeten den äußeren Erfolg des Abends.