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Im deutschen Reich · 1919-04-01 · Heft 4 (April 1919) · p. 182

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 4 (April 1919)
Article
Eine Frauenversammlung [Nachricht]
Date
1919-04-01
Page
182 (sequence 2)
Language
German
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1S2 Im deutschen Reich siche? und frei in ihrem Benehmen sein, ihr Urteil über Recht und Unrecht muß entwickelt und geschärft werden. — Dr. Wiener erstattete dann kurzen Bericht über den Wahlkampf des Centralvereins. Die OrLsgrllppLN Berlin N. und NO. hielten am 27. Februar eine Versammlung ab, in der I)r. Z e i L L i n sich mit den Vorwürfen der Antisemiten befaßte. Die früheren antisemitischen Schlagworte: „Schutz, des Mittelstandes", „Stärke der jüdischen Kriminalität" wurden an der Hand von sachlichem Material als grundlos nachgewiesen. An der regen Diskussion beteiligten sich Dr. Wiener, der energische Selbsthilfe jedes einzelnen gegen antisemitische Angriffe forderte, Frau Dr. Eschelbacher, die sich mit der Kriminalität der Juden befaßte, Rechtsanwalt F r i e.d - mann, der mitteilte, daß der jüdische Turnverein von 1605 ins Herr 59 von 66 Mitgliedern entsandt habe; davon seien 8 gefallen; der K.-C.- Berband habe von 1150 Mitgliedern 1020 ins Heer gesandt; davon waren 800 an der Front. 80 sind gefallen, 80 zu Offizieren befördert; die gleiche Anzahl erhielt das Eiserne Kreuz I. Klasse; 550 wurden mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Ferner beteiligten sich an der Debatte De. Wohlberg, Ingenieur Herz, Levih Herzfeld und Geh. Rat Wiesenthal, der auf das rege Leben in den Ortsgruppen des Centralvereins und auf die zahlreichen Arbeiten des Vereins verwies. Die Ortsgruppe Wilmersdorf hielt am 19. Februar 1919 für die Bezirke Grunewald, Dahlem und Schmargendorf im Restaurant St. Hubertus eine Propaganda-Versammlung ab. Nach einer kernigen Ansprachepdes Justizrars Brodnitz, in der auf die Ziele und Zwecke des Centralvereins hingewiesen wurde, hielt Dr. I s m a r Freund einen Vortrag „Wir und die Parteien", in dem er an der Hand der geschichtlichen und kulturellen Entwicklung des Judentums die Ereignisse, der jüngsten Zeit beleuchtete und dos Verhältnis der deutschen Inden zu den einzelnen Parteien und deren Stellungnahme znr gegenwärtigen Lage darlegre. Reicher Beifall folgte den dreiviertelstündigen Ausführungen des Referenten, der sich nach der Rede des Herrn Dr. Alfred Wiener über „Die Tätigkeit des Centralvereins" wiederholte. Eine angeregte Aussprache schloß sich den Referaten an. Die Versammlung die vom Vorsitzenden der Ortsgruppe, Herrn Hermann F r i e d l ä n d e r . geleitet wurde, war stark besucht und brachte dem Verein eine reiche Anzahl Beitrittserklärungen und namhafte Einz-elspenden. In der Ortsgruppe Spandau hielt in einer zahlreich besuchten Versammlung am 19. Februar uMöE dem Vorsitz des Herrn Dr. Jakob Ka l lnex Rechtsanwalt Dr. Wertheim - Berlin einen Vertrag über die jüdischen Gegenwartsfragen. Die eineinhalbstündigen Ausführungen, die reichen Beifall fanden, beschäftigten sich eingehend mit dem Zionismus und der Kongreßfrage. In der Aussprache trat nur ein Redner zur Verteidigung des Zionismus aus. wahrend Julius Sternberg, Dr. Abrahamsohn u. a. sehr scharfe Ausführungen die schädigende zionistische Agitation gegen ... machten, die besonders in Spandau die Sachlichkeit vermeiden lasse. Mehrere Neuaufnahmen von Mitgliedern waren der äußere Erfolg des Abends. In Königsberg sprach in einer Mitgliederversammlung Herr Albert Loose über die Stellung des Centralvereins zur jüdischen Kongreßfrage. Der Redner betonte entschieden, daß die jüdischen Deutschen n'atwnaldeutsch, nicht nationa'ljüdhsch seien. Ihr Vaterland sei Deutschland; ihre Aufgabe liege in der Messiasidee des Weltfriedens, im Gegensatz zum Nationalismus, der den Chauvinismus in der Gefolgschaft führe. Ein von allen deutschen Juden beschickter allgemeiner Kongreß, der die Angelegenheiten der Juden in Deutschland besprechen und regeln soll, fei zu be-

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