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Im deutschen Reich · 1919-04-01 · Heft 4 (April 1919) · p. 181

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 4 (April 1919)
Article
Die freie Konferenz der bayrischen Rabbiner
Date
1919-04-01
Page
181 (sequence 2)
Language
German
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VereinsnachrichLen 181 alt und -jung, Männer und Frauen, die hohen Ideale des Judentums, zugleich seine wesfianischen Ziele für die gesamte Menschheit, „Gotteserkenntnis, Menschenliebe und Frieden", durch Bekenntnis und Leben Zu Verwirklichen suchen: dem Vaterland Zum Heile, der Menschheit zum Segen, Israel zur Ehre" Vereinsirachrichterr. Die Berliner Ort hielt am 3. März in der bereits ' hen Gymnasiums Zersammluna ab. lange vor Beginn gefüllten Aula des unter dem Vorsitz des Herrn Eugen Caspary eine _„ Frau Justizrat Horwi'tz, die Witwe des unvergeßlichen früheren Vorsitzenden des Centr-alvereins, wies die zahlreichen Frauen und Mädchen daraus hin, daß den Frauen jetzt im öffentlichen Leben eine bedeutsame, den .jüdischen Frauen noch eine ganz besondere Rolle zu gefallen sei. Sie sollen das jüdische Familienleben zu" erhalten und es vor drohenden Gefahren zu schützen suchen. Mit einem Appell, dem Centralverein beizutreten, schloß sie ihre mit großem Beifall' aufgenommenen Ausführungen. - Daran knüpfte sich das eigentliche Referat des Abends, der Vortrag der F r a u Dr. Eschelb ach e r , die über die historische Entwicklung des Judentums sprach, die Verfolgungen des Mittelalters beleuchtete, die Geschichte der Emanzipation der Juden und dann die Gegenwart behandelte. Sie legte die Notwendigkeit der Gründung des Centralvereins vor 25 Jahren dar und kam auf das jüdische Familienleben, auf Erziehungs- Probleme und die Würde der jüdischen' Frauen zu sprechen, die sich von Putzsucht, Modenarrheit usw. fernhalten sollen. Die Fehler der einzelnen Juden werden von unseren Gegnern verallgemeinert. Wir wollen gute Menschen und gute' Juden sein. Die Ausführungen fanden sehr starken Beifall. Dr. Wiener sprach dann über unseren Kampf mit dem Antisemitismus, der mit den Wahlen keineswegs beendet fei, sondern jetzt in anderen, dem Charakter der Zeit entsprechenden Formen mit allem Nachdruck geführt werden müsse. Studiosus Martin Sobotker bar um Unterstützung der Bestrebungen des Jugendvereins „Die Kameraden"'. Der- Erfolg dieser Versammlung war die Anmeldung von 25 neuen Mitgliedern/ Eine FrauenversamMlullF. In Berlin hat sich ein Vertrauensfrauenkornitee innerhalb des Cesitralvereins Hebildet, das die erste Sonderversammlung für Frauen zum Zwecke der Aufklärung am 24. Februar im Saale der Gesellschaft der Freunde Veranstaltete. Der zahlreiche Besuch lieferte den Beweis, daß die neuen Aufgaben, die nach der verfassungsmäßigen Gleichberechtigung an die Frauen herautroten, auf großes Verständnis stoßen. Frau Martha Henfchke sprach über das Thema: „Wir Frauen und der Antisemitismus". Nachdem sie die Geschichte des . Antisemitismus kurz geschildert hatte, forderte sie die Frauen zur Unterstützung des CentralvereinZ in seinem Kampf gegen den Antisemitismus auf. Die Frauen müßten mit gutem Beispiel vorangehen, dem Ernste der Zeit entsprechend jeden Luxus meiden, alles bekämpfen, was schlecht und kulturlos sei. Jetzt, da die Frauen großen politischen Einfluß gewinnen können, müssen sie dafür sorgen, daß Täuflinge und diejenigen, die ihre Kinder taufen lassen, nicht in Stellungen gelangen, in denen sie über andere zu bestimmen haben. Die zweite Rednerin,. Frau Dr. Fried, sprach über' „Unsere Jugend". Sie verbreitete sich über die Pflichten der jüdischen Mütter und stellte vier Gesichtspunkte der Erziehung auf: Unsere Kinder sollen etwas zum Lieben haben, unsere Kinder müssen ertragen und kämpfen lernen, sie müssen

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