Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 4 (April 1919)
- Article
- Unehrliche Kampfesweise
- Date
- 1919-04-01
- Page
- 160 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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160 Im deutschen Reich Kampfesweise beh.andÄI, auf. den Heu-Le mit einigen Worten zurückzrEorrimen und den niedriger zu hängen mir gestattet werde. In Nr. 16'der „Jüdischen Rundschau" ist Herr F. L. unter der Neberschrift „Imperialismus oder Nationalismus"? den Ausführungen errtgegengetreten, die ich in meinem Aufsatz „Was nun?" in der vorigen Nummer gemacht habe.; Ich hatte dort gesagt, daß derjenige, der aus dein Judentum ein Wald- und WichenvoK, ein nach völkischer Macht strebendes, chauvinistisches, imperialistisches, von Volksleidenschaften getriebenes Boü mache, nicht voll den Begriff des Judentums erfaßt habe, daß wir eine höhere Auffassung vom Judentum haben, wenn wir Las Volk der Lehre nicht auf das Niveau eines weltlichen Volkes herabdrücken, das an Raum und Zeit gebunden ist und daß wie die Einheit des Judentums zerreißen, wenn wir es in die Völker einreihen, die heut um die Macht 'kämpfen und weit; entfernt von dem jüdisch-meffianischen Ziele des Völkerfriedens und des Völkerbundes, sind. Wir wollten nicht, daß die Juden in den Streit der. Völker hineingeZogen würden, und daß der Zusammenhang mit den Juden in der Diaspora zerrissen werde, was unausbleiblich sei, wenn die Juden in Palästina einen eigenen Staat gründeten oder eine Nation unter englischer Sachwaltevschast seien. „Ich habe, so sagte ich weiter, mit den französischen und englischen Juden keine Volksgemeinschaft und will mit ihnen keine haben. Ich empfinde für sie nicht viel anders, als wie für französische und englische Christen und erwarte erst die Zeit, wo Völkerbund und Völkersrieden die nationalen Feindseligkeiten hoffentlich überwinden werdend r Was erwidert Herr F. L. hierauf? „Man sollte erwarten, daß diejenigen, denen der AllmenschheiLsgedanke so wertvoll ist, daß sie der jüdischen Gemeinschaft Die Volkseigenschaft absprechen, in der Tat in allen Lagern die schärfsten Feinde des Chauvinismus sind und überall im Sinne des jüdischen Geistes für die Versöhnung der Gegensätze unter den Völkern eintreten. Was soll man aber sagen, wenn uns neuerdings in unseren Versammlungen unter Berufung aus angebliche Aeußerungen führender deutscher Juden immer wieder entgegengehalten wird: „Wir haben mit den französischen und englischen Juden keine Volksgemeinschaft und wollen mit ihnen keine haben; wir hassen sie ebenso, wie wir den französischen und englischen ' Christen hassen, und werden erst anfangen, sie zu lieben, wenn Völkerbund und Völkerfriede die nationalen Gegensätze verwischt haben werden." In einer Zeit also, wo die geistigen Führer aller Völker die Arme nacheinander ausstrecken, um die Versöhnung der zerrissenen Menschheit herbeizuführen, predigen Juden, die den jüdischen Volksbegriff als chauvinistisch und imperialistisch abgelehnt haben, den Völkerhaß. Und sie glauben, daß dieser Haß durch die Statuten des Völkerbundes verwischt werden könne, wenn nicht vorher die Seelen der Menschen sich für den Völkerbund bereitet haben. Wir aber glauben, daß man sogar ein besserer Deutscher ist, wenn man den Haß zu überwinden sich bemüht."