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Im deutschen Reich · 1919-03-01 · Heft 3 (März 1919) · p. 111

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 3 (März 1919)
Article
Was nun?
Date
1919-03-01
Page
111 (sequence 9)
Language
German
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. Zionistische Argumente 111 Standpunkt aus. Wir wollen über die Wahlberechtigung ausländischer Juden in den Gemeinden beraten und diese Fragen lösen. Ich möchte nur daraus Hinweisen, daß, wenn die Zionisten den Begriff der Volksgemeinden aufrechterhalten wollen, wenn sie die Erziehung unserer Jugend in Deutschland ganz auf streng jüdischnationalem Charakter aufbauen, d. h. das jüdische Kind vom Kindergarten aus durch die jüdischen Schulen bis über die Hochschule hinaus jüdisch erziehen wollen, wir dann gar nicht daran denken würden, ausländischen Juden ein Mitbestimmungsrecht zu geben. Wir können den ausländischen Juden nur dann ein Mitbestimmungsrecht geben, wenn es sich rein um Fragen des Kultus und der Religion handelt, nicht aber, wenn es sich darum handelt, unsere Kinder in dem Sinne zu erziehen, daß sie deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens sein sollen. Der Centralverein wird demnächst seine Delegierten- Versammlung zusammenberusen und ihr in.diesem Sinne ein Programm vorlegen und die Frage erörtern, wie man einen Kongreß auf breitester Grundlage schafft, der den Willen der überwältigenden Mehrheit zum Ausdruck bringt. Die Schwierigkeiten sind angesichts der heutigen Verkehrsverhältnisse unendliche; vielleicht wird es gar nicht anders möglich sein, als daß alle jüdischen Organisationen ihre Delegierten schicken, oder daß man die Gemeinden veranlaßt, nach einem demokratischen Wahlrecht Kongreßdelegierte zu ernennen. Und wenn man mich fragt, wie ich mir die Zukunft denke, so kann ich nur sagen, daß ich ein unverbesserlicher Optimist bin und daß ich der Zukunft vollen Vertrauens entgegensetze. Wenn wir treu, selbstbewußt und einig sein werden, so ist mir um die Zukunft nicht bange. Der Kampf der Geister ist kein Unglück; wie im Handeln, kommt es auch im Denken nicht auf die Erreichung eines Zieles, sondern auf die zielstrebende Bewegung an. Nur nicht Stagnation und Kampflosigkeit! Kampsbewegung ist alles. Aus der Bewegung wird sich, so bin ich gewiß, die Wahrheit und das ergeben, was dem Judentum und dem Vaterland und der Menschheit am besten frommt. Völkische und konfessionelle Absperrung ist nicht das Menschheitsideal. Nation und Konfession sind nur Durchgangsstufen zum höheren Menschentum. Ich glaube an den messianischen Beruf des Judentums, die Völker zu einer friedfertigen, freien und gerechten Menschheit zu vereinigen. Zionistische Argumente. I. In der „Jüdischen Rundschau" vom 14. Februar werden in dem Leitartikel zur Kongreßbewegung Anschauungen vertreten, die nicht unwidersprochen bleiben können. Das Bekenntnis zum

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