Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1919)
- Article
- Das Jugendheim in Königsberg [Nachricht]
- Date
- 1919-02-01
- Page
- 91 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2316602-2316888-2316890-2355218--29536-2355311- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Veranstaltungen 91 lebhaft diskutiert. Außer an diesen Veranstaltungen beteiligten sich unsere Mitglieder in größerer Anzahl an den Vorträgen des „Vereins für jüdische Geschichte und Literatur", sowie an dem großen Vortrage in dem Centralverein, den Herr Geheitnrat Fuchs hielt. Unser Verein ist an der hiesigen Ortsstelle für B e r u f s b e r a t u n g beteiligt und hat zu diesem Zwecke seine Räume zur Verfügung gestellt. Einstweilen ist leider die Inanspruchnahme der Ortsstelle außerordentlich gering. Für das kommende Vereinsjahr, zu dessen Beginn wir mit großer Freude bereits. Me erhebliche Anzahl aus dem Fe'lde zurückgekehrter Freunde begrüße^ Achen wir umfassende Vorbereitungen getroffen. Der Vorstand, der in der Generalversammlung vom 28. Oktober v. I. gewählt ist, und dem die Mehrzahl der altbewährten Kräfte aNgehört, hat es sich zur Aufgabe gemacht, vor allem den inneren Betrieb im Heim durch Einrichtung weiterer Sondergruppen aüszubauen und für eine großzügige Propaganda nach außen hin Sorge zu tragen. P. Veranstaltungen. Das Problem der Fürsorge für die jüdischen Kriegsblinden hat ditz Z en t r a l w o h l fa h r t s st e l le der deutschen Juden seit ihrer Begründung dauernd beschäftigt. In einer jüngst stattgeh ab den Aussprache zwischen Vertretern dieser Körperschaft ünd Mitgliedern aus dem Vorstand und der Verwaltung der jüdischen Blindenanstalt für Deutschland ist die Frage eingehend behandelt worden. Ueber das Ergebnis der Besprechung wird uns mitgeteilt: Die Zahl der jüdischen Kriegsblinden ist nach bisherigen amtlichen Informationen gering. Für die hilfsbedürftigen Blinden aller Konfessionen stehen neben den vom Reichsausschuß für Kriegsbeschädigtenfürsorge verwalteten Mitteln die reichen Mittel aus der allgemeinen Kriegsblind enstiftung zur Verfügung; ergänzend können die für jüdische Kriegsblinde geschaffenen Stiftungen in einer Reihe von Gemeinden und insbesondere in Groß-Berlin herangezogen werden. Da außerdem die Invalidenrente herangezogen werden kann, wird die Veranstaltung von Sondersammtungen für jüdische Kriegsblinde als völlig überflüssig erachtet, ebenso die Schaffung eines besonderen Kriegsblindenheims. Die bisherigen Erfahrungen haben gegeigt, daß die Unterbringung von Kriegsblinden in besonderen Heimen unzweckmäßig ist. Hingegen erscheint eine Förderung der allgemeinen Bestrebungen der jüdischen Blindenanstalt zum weiteren Ausbau ihrer Institution wünschenswert, insbesondere mit Rücksicht darauf, daß möglicherweise in Zukunft neben den Zivilblinden auch Kriegsblinde Aufnahme finden können. Es haben sich die anwesenden Vertreter des Vorstandes des Blindenheims bereit erklärt, sich der Fürsorge für die jüdischen Kriegsblinden zu widmen, und zwar in der Weise, daß für jeden einzelnen Blinden ein Pfleger bestellt wird, dessen Aufgabe es sein soll, neben der fürsorglichen und pflegerischen Behandlung des-Blinden auch dessen Familie zu beobachten, zu betreuen ürtd für ihre genügende Versorgung einzutrellen. Die Leitung der Blindenanstalt übernimmt -es, aus ihren Kreisen Pfleger zu gewinnen, wahrend es die Aufgabe der Zentralwohlsahrtsstelle sein wird, alle für die Durchführung der Pflegschaft -erforderlichen vorbereitenden Maßnahmen zu treffen, so insbesondere die gegenwärtigen Verhältnisse der bekanntgewordenen Kriegsblinden sorgfältig festzustellen. — Aus diesem Grunde ist es wünschenswert, daß Mitteilungen über jüdische Kriegsblinde von den einzelnen Gemeinden und Privatpersonen möglichst bald an die Zentralwohlfahrtsstelle, Berlin W. 35, Steglitzer Straße 9, II., gelangen.