Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1919)
- Article
- Die Ortsgruppe Haigerloch [Nachricht]
- Date
- 1919-02-01
- Page
- 89 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Verein snachrich ten 89 menen Vortrag forderte der Vorsitzende die Mitglieder zur Unterstützung des Centralvereins für seinen schweren Kampf gegen den wieder kräftiges auftretenden Antisemitismus auf. Diese Aufforderung war in der Gestalt von Spenden von erfreulichem Erfolg begleitet. Im Verein der! jüdischen Jugend zu Duisburg sprach in einer von mehr als 1000 Personen besuchten Versammlung Rabbiner Dr. Lange aus Essen über „Juden — Weltkrieg — Revolution". Der Redner warf, wie wir einem Bericht des „Duisburger Generalanzeigers" vom 9. Januar entnehmen, zunächst einen geschichtlichen Rückblick auf das Leben der Juden in Deutschland seit mehr als 1500 Jahren, dann wies er die Vorwürfe, die gegen die Juden in der Gegenwart erhoben werden, an der Hand von schlagenden Tatsachen und Zahlenmaterial zurück. Der Beifall war stark. Nach kurzer Aussprache nahm die Versammlung einstimmig folgende Entschließung an: „Die am 7. Januar 1919 im großen Börsen- Faale zu Duisburg stattgehabte öffentliche Versammlung aus allen Schichten und Parteien der Bevölkerung weist die von reaktionärer Seite äusgestre'uten antisemitischen Behauptungen mit Entschiedenheit zurück und erblickt in ihnen den unlauteren Versuch, die wahren Schuldigen am Zusammenbruch dem Zorn des deutschen Volkes zu entziehen. Sie fordert im neuen Deutschland die rückhaltlose Verwirklichung der politischen und religiösen Gleichstellung für alle Schichten des deutschen Volkes ohne Ansehung der Parteistellung und Konfession." Auch in R e ck l i n g h a u s e n hielt Rabbiner Dr. Lange in einer von der dortigen Ortsgruppe des Centralvereins und dem Vorstand der Synagogengemeinde einberufenen Versammlung einen Vortrag über das gleiche Thema. Die außerordentlich stark besuchte Versammlung wurde von San.-Rat Dr. Lo ewenstein, Herten, geleitet. . Herr Berthold Horwitz in Nürnberg ist, 74 Jahre alt, gestorben. Er war der ältere Bruder unseres unvergeßlichen Vorsitzenden, Dr. Maximilian tzorwitz, und hat sich um das gesetzestreue Judentum in Nürnberg sehr verdient gemacht. Er hat dort 1874 den Verein Adas Jisroel begründet und ihn fast ein Vierteljahrhundert lang geleite'!. Einen Teil seiner Jugend hat er im Haufe seines Onkels, des damaligen Düsseldorfer und späteren Posener Rabbiners, Dr. Wolf Feilchenfeld, verbracht. Dex Entschlafene war auch Mitglied des Centralvereins. In Chemnitz hielt die Ortsgruppe des Centralvereins am 9. Januar eine Mitgliederverfammluing ab, in der der Vorstand neu gewählt werden sollte. Kaufmann Leopold Eger, der in anerkennenswerter Weise als I. Vorsitzender die Geschäfte der Ortsgruppe geführt hat, hat leider gebeten, von seiner Neuwahl abzusehen. An seiner Stelle wurde Rechtsanwalt Dr. Weiner zum I. Vorsitzenden gewählt. Der Vorstand setzt sich nun folgendermaßen zusammen: I. Vorsitzender: Rechtsanwalt Dr. jur. Arthur Weiner; II. Vorsitzender: Kaufmann Leopold Eg'er; Schriftführer: Kaufmann Ludwig Cohn; Kassenführer: Karl Becker; Beisitzer: Georg Mecklenburg, Heinrich Guttmänn, Frau Trude Frank. — Mitglieder des erweiterten Vorstandes sind die Herren: Dr. jur. Martin Lappe, Siegfried Friede, Leopold Steinhardt, K.-R. Louis Ladewig, Hugo Oppenheim, Frau Ludw. Wolfsheimer, Rabbiner Dr. Fuchs, Frau Osk. Lichdenstein, Hans Bernstein, Walter Sachs. Die Berliner Ortsgruppen N* und NO* veranstalteten am 21. Januar im Musikervereinshause eine Versammlung, in der Nechtsanwalt Dr. John Wertheim über das aktuelle Thema „Die jüdische Kongreß frage" sprach. In der Debatte nahm auch der Zionistenführer, Dr. Klee, das Wort. Wir werden über die bedeutsame Versammlung noch einen ausführlichen Bericht bringen.