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Im deutschen Reich · 1919-02-01 · Heft 2 (Februar 1919) · p. 82

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 2 (Februar 1919)
Article
Zur Abwehr der Judenhetze
Date
1919-02-01
Page
82 (sequence 2)
Language
German
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82 Im deutschen Reich des Krieges 1914 ccks eines heiligen Verteidigungskrieges gegen einen Ueberfall der Entente. Man bar "den deutschen Bären auf die mit dem Honig dieses Köders bestrichene Stange sich hinauflrcken lassen, Eris er sich down darauf ausgespießt Hut. Unter unseren Augen vollzieht sich ein weiteres Meisterstück. Die VorbM'rluug der Gegenrevolution. Denn das Gros der Offiziere und Konservativen sind geschulte Soldaten; sie nehmen volle. Deckung und werden „Demotraten'st weil der Gegner so in der Macht sitzt. Aber wehe, wenn sich der Gegner eine Blöße gibt oder in der Wachsamkeit nach!atzt. Die Gegenrevolution ist am gefährlichiten, wenn man sie nicht merkt. Und welches populäre Mitte! jo&re es geben, um so dm Wachsamkeit abzu lenken, als die Aufstachelung uralter Volkswstinkte gegen die Juden? Was steht aber in btefein Br?lgaranbstrnitismus, diesem Gefühisantisemitismus, der auch unter den GenosseN zu finden ist, an Tatsachen gegenüber? 1. In Deutschland kommt auf etwa 100 Deutsche ein Jude, also müssen bei jeder gefechtsstarken Kompagnie 2 Jub-en c^wesen fein, mindestens einer. Ich frage die Kameraden, ob dies nicht auch -den Tatsachen entspricht. 2. Nach eriner mir auf mein Befragen vom Verein für Abwehr des Antisemitismus gemachten Angabe sind ungefähr 5900 deutsche Juden im Kriege ge f a I lern Das en^pricht ung^fLhr dem Verhältnis der deutschen Gefallenen. 3. Es ist allerdings richtig, daß die Juden verhältnismäßig mehr als die Deutschen in Druckposten kamen. Weshalb aber? Etwa als Juden? Nein, sondern als Bourgeois, da die Bourgeoisie im-ter den Juden verhältnismäßig stärker vertreten ist, so -dich z nicht in der Front, das heißt in der Handgranatenzone, nur üöri-Mieben die Prolekvrier und die SLurmleute, die' ebenfalls zumeist aus dem Proletariat der Gebildeten hervor ge gangen txxi-mn. 4. Die Tatsache, daß die Inden in hex Bourgeoisie weitaus starker vertreten sind als die Deutschem, erklärt sich -arrs eirwm Grunde, der nichts Schmeichelhasres für die christlich-arischen Volker bes MLtelcsl'ters enthalt. Die Juden sind von Haus uns ein Hirten- und UckerbauervM gewesen: da sie aber über ein Jahrtausend durch die christliche Kirche vom Grimrd- Lesitzerwerö ausgeschlossen wostden rnaren, so wurden sie zum Handel gezwungen, und des hat ihnen mit der Entwicklung der Geldwirtschaft eirren Vorsprung gepöben, der sich nun. wieder in bessere Vorbildung und Lebens Haltung umsetzte. 5. Ueöti'gens sind Jrßden in allen Sägern tätig. Der geistige Schöpfer der modernen konservativen Weltanschauung, Friedrich Stahl, w<rr Menfo ein Jude, wie es die Pioniere das Sozialismus, Marx LasstrAe, werren. Man kaum mit solchen Sachen alles und nichts bewerfen. Dße G-ed-aukenlvfiakeir und Bequemlichkeit der Menschen suchen in urwmaeMchiwm Lagen nach einem Ausweg, in verzweifelter Lage wie der umsorgen wächst ärs Bedürfnis nach einem Sünidenbock natürlich um so mehr. Weder die Jaden, noch die Junker }iv& schuld au der Deutschen jetzigem Unglück, sondern sie gaMZ allein in ihrer Denkkvulheit Md in ihrernicht selten von Brutalität durchsetzten Tolpelhafrigkeit, Äe sie „TreuherMke'ir" nennen. Ich habe 'das Recht, das -den Deutschen zu \mtnf denn ich hiit selbst ein Deutscher.

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