Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1919)
- Article
- Judenriecherei
- Date
- 1919-01-01
- Page
- 44 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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44 Im deutschen Reich „Die beiden letzten Namen dürften die Richtung bezeichnen, die in der neuen demokratischen Partei ausschlaggebend sein wird, nämlich -die aü- Mische." Herr Br. Silberöerg' mag" Jude sein; wir wissen " es nicht; wohl aber ist uns bekannt, baff Dr. .Fßöerner, der bisherige Generalsekretär der FortschrrLLlichen Volkspartei, arischer Christ ist. Deutscher mih jühisHer MeichLum. Mit Genugtuung haben ruu in der antisemitischen Zeitschrift „Hammer" (Nr. 394) Ausführungen des Herrn Theodor Fritsch gelesen, in teuer? nachgewiesen wird, ba% bk Juden Deutschlands eiaeuLlich gar nicht soviel Geld besitzen. Herr Fritsch spricht von den ^abergläubischen Vorstellungen", die von gewisser Seite geflissentlich genährt werden, daß die Juden in: Wirtschaftlichen und staatlichen Leben unentbehrlich seien, da ge alles Geld besäßen. Zu der „gewissen Seite", die solche abergläubische!' Vorstellungen bisher geflissentlich genährt hat, gehörte aber auch der „Hammer" des Herrn Fritsch. Herr F. rechnet nun" aus, daß das Stammkapital aller Großbanken zusammengenommen (also auch einschließlich der deutschen!) sich auf Milliarden beläuft, während die deutschen Geme'mdesparkasseu vor dem Krieg über ein Einlagekapital von 19)4 Milliarden verfügten, das sich bis 1918 auf 28 Milliarden erhöht habe. „Soviel Reichtum besitzen also allein die kleinen deutschen Sparer." Dann weist Fritsch auf den erheblichen Besitz an deutschen Landgütern, Industrieanlagen, städtischem Hausbentz, Privatkapital usw. hin und folgert, daß sich dieser „gewaltige, rein deutsche Verrnögensstand vor dem jüdische!: Reichtum nicht zu verstecken" brauche. — Hört, hört! möchte man angesichts dieser Feststellung rufen. Weshalb aber gibt der „Hammer" plötzlich der Wahrheit die Ehre, und weshalb ist der verderbliche, einflußreiche, die Deutschen unterjochende jüdische Reichtum mit einem' Male so ungefährlich und schwachörüstig? Wer! Herr Fritsch ein großes deutsches Fincmzinstitut gebildet sehen möchte, das die jüdischen Banken entbehrlich mache. Dann wäre es, wie er schreibt, möglich, Staatsanleihen auch ohne die Großbanken bringen. Der Wende GelMritiksr. Natürlich ist cs wieder Herr Adolf Bartels. In seinen MonatsLWtern „Die deutsche Not", über Re wir in der Umschau des Jul'i/August-Heftes 1618 ausführlicher gesprochen haben, schreibt er über seine letzte, für der: Neclam-Verlrrg verfaßte Arbeit „.Weltliteratur" empfehlend: „Es ist mein „leichtestes" literaturgeschichrliches Werk, auch tritt mein ,iuror tentonicus" in ihn; am wenigsten hervor; aber ich denke, man kommt bei ihn: doch ans seine Rechnung; man lernt viel kennen und erhält praktische Fingerzeige. Ich werde beim Erscheinen des dritten Teils nochmals auf die Arbeit zurückkommen." Selbst ist der Mann, und selber effen macht fett. Wozu erst die Arbeitsteilung: ein Buch schreiben und andere es beurteilen lassen? Viel einfacher ist es, wenn Schreiber und Beurteiler sich in einer Person vereinen. Und da man eine eigene Zeitschrift hat, darf man sich sülche in deutschen LiteraLurkrerserr verpönte Selöstreklame leiste??. Glücklicherweise ist Herr Bartels kein Jude, sonst würde man sein vordrängendes und geschäftstüchtiges Gebaren der Gesamtheit der Juden ausöürden. Und wie würde erst der Antisemit Bartels vor Entrüstung sprühen! Vsm SsterrerchischLN AntissmitrsMLs. Bei der Vereidigung von Militärärzten in Wien durch den Staatssekretär für BoUsgesundheit Dr. Kaup ereignete sich ein bezeichnender Zwischenfall. Generalstabsarzt Dra stich erschien mit ungefähr 100 bis 120 Militärärzten, teils aktiven, teils Zivilärzten, dis sich noch in militärischer Stellung befinden, beim Staatssekretär für VolksgesundheiL, um