Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1919)
- Article
- Der Deutsch-Israelitische Gemeindebund
- Date
- 1919-01-01
- Page
- 43 (sequence 2)
- Language
- German
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Vermischtes 43 Tic .jiiriirffcbrciibci! Sfritßcr haben ein Recht darauf, in ibre Arbeitsstcllirngen wieder ansgenommen zu werden, ans denen sie bei Ansbruch des Krieges gerissen wurden. Dieser Pflicht muß jeder Geschäftsinhaber seinen Angestellten gegenüber, jeder Arbeitgeber seinen Arbeitern gegenüber Nachkommen --- schon ans moralischen Gründen; aber auch deshalb, weil unsere Krieger hi einer Zeit schwer erträglicher Teuerung znrneltehren. Wir halten es sür selbstverständlich, daß gerade unsere jüdischen Mitbürger sich dieser Pflicht nicht entgehen, vielmehr mit gutem Beispiel vorangchcn, gleichgültig, ob ihre eingestellten und Arl.ciier jüdischen oder christlichen Glaubens sind. Das jüdische Herz wird mit Recht gcrüh:nt und wird au et'. hier ilicht schloeigcni, selbst bei eingetretenen schwierigen Verhältllissen uiib schlechterelll Geschäftsgang. In solchem Fall miipte den Heimlehrenden inenigsteilS sür eine geivisss Ucbergangszeit Brot und Unterkommen gewährt werden. Der Vollzngsrat gegen die antisemitischen Flugblätter. Am 13. Dezember 1918 wurde durch das Wolfs sehe Telegraphcn-Bureau folgende amtliche Nelanntmachnng verbreitet: „In der letzten Zeit sind .iii großen Mengen anony m e Flugblätter verbreitet worden, die in nnverhillltester Farin zur Inden- Hetze niisfordertcli. Die Flugblätter sind nicht oline Wirkung geblieben. Wie der „Vorwärts" vom 11. Dezember meldet, sind verschiedeiillicch Inden lind Christen, die durch ihr Aussehen ukljt genügend gegen den ' Verdacht geschacht waren, Inden zu sein, körperlich nngegriisen worden. Wenll diele schalnlose F-lugblakthetze forldanert, milch mit der Möglichkeit gerechnet werden, das; nur auch in Dentschlalld die Schmach der Judenpogrome erleben. Der Bollzugsrat. des Arbeiter- und Soldaten - rate sieh! sich daher genötigt, sich aufs schärfste gegen das reaktionäre, antisemitische Treiben zu wenden, das er hiermit öffentlich und vor aller Welt brandmarkt. Der Vollzugsrat appelliert an den gesunden Sinn des dentschcii Volles und is! nberzengt. das; es in seiner überwiegenden Mehrheit der antisemitisch-reallionären Hetze cnitgeggntreten und k e i n e r l e i I n d e n v e r f o I g n n g e n dulden wird. Ter Vollzugsrat des Arbeiter- und Svldatenrats. Richard Müller. Molkcnbnhr." Wir verweisen ans nnseren Aufsatz „Die Schuld der Juden". Au dem gleichen Tage hat Al. T. B. folgende amtliche Meldung.verbreitet: „Der Vollzugsrn! begann, seine-heutige Tagung..nachmittags 4 Uhr. Zn dem allgemeinen Verhalten des'Volkzugsratsmilgliedes Strobel und zu den heute von ihm in der „Deutschen T a g e s z e. i l n n g" erschienenen Artikel „An das deutsche Voll vom Gelehrten bis znm Arbeiter" beschließt der Dollzngsrat einstliiimig: „Das Vollzngsratsmilglied Strobel loird sofort seiner ihm vom Vollzug-Wal übertragenen Funktionen enthoben und ansgefordert, unverzüglich von seinem Amte als Mitglied de? Pollzngsrates zurückzutreten." Der Artikel in der „Deutschen Tageszeitung" war gemeinsam Nom Matrosen Strobel und einem Herrn Hall-Halsen, 'bom Herausgeber einer neuen Zeitschrift „Die Aeiswl", versaht worden. In den reichlich konfusen Ausführungen war auch behanviet worden, die Deutschen dürsten sich nin" von GOO000 Semiten beherrschen lassen; der deutsche Michel solle endlich auswachen. Iiidenriecherei. Die „Den tschvnlk liehen Blätter" gaben an; N. Dezember die Rameii des damaligen Vorlanligen Ansschnsses der Deuts cl; eil D v lh o 1' r a 1 i f ch e n der jndlsc!; llingl. Aber das semitenblatt fesisiellt, unter IM P n v (' i wieder. Unter ihnen ist keiner, Bureau der Partei steht, wie das Andmg von!>e. Silberberg und ih\ Itzberncr.