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Im deutschen Reich · 1919-01-01 · Heft 1 (Januar 1919) · p. 18

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 1 (Januar 1919)
Article
[Ohne Titel] / J. Sch.
Date
1919-01-01
Page
18 (sequence 8)
Language
German
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18 Im deutschen Reich Zwang bewaffneter Eindringlinge seine Tätigkeit einstellen. Das war das Vorspiel zu dem seit langeirr vorbereiteten Plan, die Regierung Ebert-Scheidemann, in 'der nach dem Austritt der Unabhängigen nur noch Mehrheitsfozialisten vertreten sind, zu stürzen. Ära 6. Januar begannen Riesendemonstrationen und Straßenkämpfe zwischen den Anhängern beider Parteien. Die Demonstrationen'verschwanden dann aus den immer gefühvdeteren Straßen, die Reichshauprstadt wurde ein Schlachtfeld, auf dem fast zu jeder Zeit des Tages und der Nacht an irgendwelcher Stelle Gewehre knattern, Maschinengewehre ihr hastiges Tackrack reden, Handgranaten explodieren, zuweilen sogar Geschütze donnern und Flammenwerfer bereitgestellt werden. Während dieser Kämpfe ist 'die antisemitische Flugblartpropaganda wie von einem Sturzregen weggeschwemmt, die Judenfrage von den erschreckenden Geschehnissen, die fast wie im August 1914 das Bürgertum und die vaterländische Arbeiterschaft zusammenschweißem in den Hintergrund gedrängt worden. Zurzeit, da diese Zeilen geschrieben werden, sind die Kämpfe noch nicht beendet, sind viele Geschäfte geschlossen, feiern die meisten Fabriken, springt der Tod in den Straßen harmlose Passanten an, Ergebnis noch nicht aozusehen ist. Höpen wir, Latz die Orbnungsmächte die Oberhand gewinnen, und den Gewalttätern, den Störern des Friedens Berlins, Deutschlands und der Welt, ein unerbittliches Ende bereitet wird. Diese Selbstzerfleischuna, dieser Bürgerkrieg muß das am Boden liegende, zurzeit machtlose Deutschland vollends ruinieren. Der Krieg ist zu Ende, und nun begann im eigenen Lande der blutige Krieg zwischen Brüdern mir -denselben Waffen, die gegen den auswärtigen Feind geschmiedet wurden. I. Sch. Armes, armes Deutschland! Abgeschlossen 8. Januar. Gefängntspfarrer und Wabbirrer. In der Ober-Sekunda des Bismarck-Realgymnasiums in Dortmund erteilte hu Juni 1918 Gefüugnispfarrer Schmidt vertretungsweise den evangelischen Religionsunterricht. Bei der Behandlung der Propheten Hosea und Amos verstieg er sich zu ausfälligen Bemerkungen über die Juden, die aus den Reihen der christlichen Schüler selbst sofort Widerspruch fanden und, wie es natürlich ist, zu Erörterungen zwischen christlichen und jüdischen Schülern der Anstalt führten. Herr Schmidt sagte u. a.p „Die Juden drücken sich im Kriege und haben dadurch Gelegenheit, sich in Politik, Literatur, Handel usw. der Herrschaft zu bemächtigen." Auf Grund dieses Vorkommnisses richtete der Dortmunder Rabbiner, Herr Dr. $acod, an Pfarrer Schmidt ein Schreiben, mit der Bitte um Aufklärung, ehe er der Sache weiter Folge gebe. Daraus sandte Pfarrer Schmidt am 19. Juni folgende Antwort: Herrn Rabbiner Dr. Jacob. Ihr Schreiben vom II. dieses Monats will ich beantworten, weil, es mir die Augen geöffnet hat über die furchtbare Gefahr, der unser deutsches Volk und unsere preußischdeutsch-germanische Weltanschauung durch das Judentum

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