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Im deutschen Reich · 1919-01-01 · Heft 1 (Januar 1919) · p. 2

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 1 (Januar 1919)
Article
Die "Schuld" der Juden
Date
1919-01-01
Page
2 (sequence 2)
Language
German
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2 Im deutschen Ne ich mit dem. Judentum suchen. Da kr er nach echt orientalischer Sitte gegen ailc.-S germanische .'Derfontmot einen ganzen Harem und eine Menge Binder davon hatte, Ieu.lt ebenso daraus, als das; seine Bildnisse fast da^ eine» alten Inden zeigen. Das würde auch das Nätsel seines fanatischen Hasses gcgeir das Germanentum lesen, dessen völliges 9lusretien sein heimlich Trachten, gewesen zu sein scheint," Dies nur nlS Beispiel von vielen. Solche Hirnverbranntbeiten, solebe Irrsinnigkeiten dürsten in erster Lime mehr den Arzt und Psychologen interessieren; sie sind aber, von Realpolitikern zu bestimmten Zivecke.tr benutzt, gefährlich, und der An.tisenntismn.?, eine Abart der immanenten Abneigmig im Vlettschcn gegen jedeZ Andcrsgearteiseiit, hat aus diese Meise schmerzlichstes Unheil gestiftet. Die Deutschen haben im letzten Weltkrieg die Folgen der Auspeitschung jener immanenten Abneigung gespürt. Fast alles, was die derttschen Antisemiten un§ Inden vonucrjcit, ist int feindlichen Ausland den Deutschen vorgcworfen morden. Die „Boches" gelten bcu verhetzten Brüdern anderer Länder als Inbegriff aller Schlechtigkeit, als Ursache aller Greuel un.d alleS Unglücks, als anSznrvttende Störer des friedlichen Weltglucks, ata- Gegner von Sitte, Sittlichkeit und Humanität, als mm'in, als aus der Gemeinschaft der Kultur anSzustoßendc Geschöpfe. Die meisten Deutschen maren erschrocken, als sie diese nnglanblichen Stimmen atrs dem Ausland vernahmen. Sie spurten nun, was es heißt, wenn Fehler einzelner dein ganzen Volk anfgehalst werden. Trotzdem haben die Alldeutschen, Konservativen, Vnndkcr mährend des Llriegcs m\h während des Burgfriedens, begünstigt von einer Zensur, die im Dienste der rrrilitariftischcn Neben- und Oberregierung stand, aulisemitisch in noch wüsterer Weise gewütet, als vorher. Cie logen, das; die Juden schuld am Kriege seien und, um sich weiter bereichern zu können, seine Berläugerung wünschen. Zn gleicher Zeit hetzten sie aber auch gegen die Inden als diejenigen, die einen Verständiguugssriedcn wollten -.der von den Kriegsverlängerern als Unterivursigkeils-, als Inden-Frieden angcschwür.zt wurde. lieber solche Widersprüche stolperten die Antisemiten nicht, Auch rechneten sie mit der sttedankenlosigkeit der Masse; sie rechneten auch bannt, dass ein sortgesetzies lärinendes Verhetzen in ihren Blättern und B-rosclinrcn, deren Zahl immer .gröber nmvbe, auch bcu Nachdenkenden und Zweifelnden allmählich plattschlagen niüßte. Solche tiicht zu überbrückenden Widersprüche finden sich fast in allen antiseuiitischen Hetzereien, auch in denen der letzten Wochen. Als die stolzen alldeutschen Prophezeiungen sehlschlngen, als Deutschland, trachdcm es über vier Jahre einer Unzahl von Feinden, heldenhaft getrotzt hatte, schließlich doch den Atem verlor und militärisch Zusammenbrach, so daß das

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