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Im deutschen Reich · 1918-12-01 · Heft 12 (Dezember 1918) · p. 474

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 12 (Dezember 1918)
Article
Keine Anstellung von Juden
Date
1918-12-01
Page
474 (sequence 2)
Language
German
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474 Im deutschen Reich „Unter sehr höflicher Bezugnahme au>f unsere heutige persönliche Rücksprache und aus das vereinbarte Engagement müssen wir Sie leider auf einen Umstand aufmerksam machen, den wir Lei unserer Besprechung außer ach: gelassen haben; es wurde nicht erwähnt, ob Sie jüdischer oder christlicher KvAfession sind. Da nun unsere Herren keine jüdischen Damen haben wollen, wäre für Sie, falls Sie JiLin sind, der Aufenthalt in unserem Bureau nicht von Längerer Dauer. Sollten Si§ christlicher Konfession sein, so erledigt sich dieser Brief von selbst, im anderen Falle bitten wir Sie. uns srermdlichst rmtzuteUen, wie Sie sich zu dieser Sache stellen^ da wir Sie fest engagiert haben. Hochachtungsvoll . . Ans btm Brieskopf dieser konfessionellen zHer decktsch-rassereinLN Firma finden mx neben der den? scheu Angabe des Geschäftsbetriebes noch fvlgende Angaben: ^Lnv Art Publishors and Importeurs. Repr&sent&nts de Maisons 6tr&ng£res. Q-ravures. Ea&ac-Fortes. Est&mpes Modernes®. Die BerLirrer KsrrespsrckMZ WsLLsr hat Ende Oktober erstdeät, dich die erregte Stimmung in der Berliner Bevölkerung wegen der außen- und innerpoürischen Vorgänge eine weitgehende Zunahme des Antisemitismus erkennen lasse: „Sowie ein Jude sich äußere, fallen «ntrsemitiscLe Bemerkungen und finden Zustimmung". Wenn Herr Wolterrnit so feinen Organen ausgerüstet ist, daß er ettvas bemerkt, sieht und was mrLern unbekannt geblieben ist, so mag das noch hinzehen. Unpraktisch aber ist es, daß er diese phantastischen Beobachtungen in seiner s. Berliner ZeitAngsrödattisnen vsrjetzt. Soweit wir sehen, hat auch.nur die „Deutsche Tageszeitung", der eine solche Mitteilung aus parteipolitischen Gründen, recht angenehm war, ach diesen Brocken üngebissen. Die „Deutsche TageszeitunZ" behauptet aber» die Korrespondenz Wolter sei freisinnig. Die Korrespondenz . Wolter ist weder freisinnig, noch marionalliberal,?Wch agrarisch, rroch foziaDemokrarisch, sondern ist eine neutrale NochrichtenLorrssPorrderrz, die von allen Blättern' aller VarteischLtrierungeN abgedruckt werben möchte. Das ist ihr Geschäft. Und darum war ihre falsche Meldung zürn mind osten iin» praktiich. ^Das beste BirhsmierP' Herr Leo RynnrZswskL schrieb uns aus dem Felde: Im diesen Tagen siel mir ein Büchlein in die Hände, -,1000 jüdische' WitzeD Das Titelblatt ist mir drei Karikaturen äusgestatreL, welche jüdische Typen darstellen sollen. Der Inhalt dieses Heftchens hat nun aber nichts mir „jüdischen" Witzen gemein, sondern besteht aus nichts anderem, als aus rein „antisemitischen" Witzen, für die handelnden Gestalten sind angebliche „jüdische" Namen gewählt. Der Name des Verlages ist nicht angegeben, jedoch der der Druckerei, nämlich: „Siemens Landgraf Nach?. sW. Stolle), BoLschapvel-Dresden." Meiner Ansicht nach darf das Buch den Titel „I ü disch? Witze" nicht führen, das ist eine Vorspiegelung falscher Tatsachen und zugleich unlauterer Wettbewerb mit denjenigen Verlegern, welche Bücher mit wirklich jüdischen Mtzen herauZgoöen. Bon seiten der Regierung wird immer wieder auf den großen HapiermangeL hingewiesen und zu größter Sparsamkeit ermahnt. Würde der Druck derartiger Bücher LMeröleiöen, so wäre schon eins wesentliche Papierersvarrns erzielt. Ich las kürzlich von einer neuen, aufsehenerregenden Erfindung, nämlich der, aus altem Papier „.Jucker" zu gewinnen, und zwar: „Zucke? Zur B i e h f ü t t e r n n a." „Sammelt altes Papier!" so lautete die Ueöerschrift, unter der diese neue Ersindung öLkanntZegeöen wurde. —

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