Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1918)
- Article
- Der Ehrenfriedhof der Breslauer Synagogen-Gemeinde
- Date
- 1918-12-01
- Page
- 464 (sequence 2)
- Language
- German
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464 Im deutscher; Reich sofort in die Augen fällt. Er befindet sich auf dem großen Felde, am Mitteleingang des Bearäbn-isplatzes. düs durch den Hinteren Abschluß mir hohen Bäumen und SLräu-chern sowie durch die seitlich arLgeordneren, schonen Baumgruppen eine natürliche Umrahmung erhält. Am Ende des Ehrenfeldes soll dann auf erhöhter und durch Stufen Zugänglicher Terrasse das Ehrendenkmal errichtet werden, welches außer dem Hinweis aus die hohe Bedeutung der ganzen Anlage die Namen sämtlicher gefallener Mitglieder der Breslauer Gemeinde tragen soll. Um den Blick auf diese Denkmalsanlage aber monumental zu gestalten und um das Auge der Eirttretenden aus sie hinzuführen, ist geplant, den Mittelweg, der unmittelbar am Hauptoinaang beginnt, bis zu dem Ehrenfeld in seiner Breite von etwa 6 Metern durchzuführen und in seiner ganzen Länge durch eine Bepflanzung mir Trauerweiden finuentsprechend einzufassen. Rechts und links von den Trauerweiden soll eine etwa 2% Meter hohe Heimbuchenhecke an geordnet sein, welche die Weidenallee einfaßt und anderseits gestattet, daß weitere Felder bei zunehmender Belegung des Friedhofes "ebenfalls mir Grabstellen belegt werden, ohne daß der Eindruck des Zugangweges beeinträchtigt wird. Links und rechts von den seitlichen Einfassungen find die GrabsteLen angeordnet. die in Gruppen zu vier und fünf durch besondere niedrige Hecken eingefaßt find. Jede Graöstelle soll dann ihren eigenen Stein mit entsprechender Inschrift erhalten,' doch sollen sämtliche Steine durchgängig, der monumentalen Wirkung wegen, von gleicher Art und Ausführung sein. Die einzelnen Gruppen werden durch gemeinsame EfeubepfLanZungen zusammengefaßr. Auch die Gräberausschmückung ist gleichartig gedacht. Der in" der Mitte freie Planreum ist entsprechend groß gewählt, um Bei etwaigen Feierlichkeiten, welche vor dem Derümalaufbau stattfinden, auch einer entsprechenden Anzahl von Besuchern Platz zu bieten. — Der durch die Anlage Ln Anspruch genommene Raum beträgt vorläufig etwa 1200 Quadratmeter, die durch die reichere Gestaltung des Zugang- Weges in Anspruch genommene Fläche etwa 800 Quadratmeter. " Schon jetzt haben eine größere Anzahl Kriegsteilnehmer dort ihre dauernde Heimstätte gefunden. Sie ruhen alle nun, umkreist von Fliegern und Piloten, in heimatlicher Erde,' die einst hinauszogen in spontaner Begeisterung oder einem eisernen Muß felgten, um Herd und Scholle zu schützen und zu verteidigen gegen einen Zaren, den mittlerweile ein ähnliches Schicksal wie Ludwig XYI. von Frankreich Betroffen hat. y Die Anlage wird ein der gefallenen Helden und der Breslauer Stznagvgen-Gemeinde würdiges Ehrenmal bilden, das den fernen Generationen, wenn längst der blutigste aller Kriege sein Ende gefunden haben wird, Kunde von dem ruhmvollen Anteile geben wird, den die Mitglieder der Breslauer Gemeinde an dem heiligen Kampfe für das deutsche Vaterland gehabt haben — trotz böswilliger Verhetzung und Verleumdung. Snhen tmb Areirmmrer. Sowohl in den preußischen Parlamenten wie im deutschen Reichstage ist von einzelnen Rednern die seltsame Zusammenstellung von Juden und Freimaurern beliebt worden. Ganz besonders hat sich das Mitglied des Herrenhauses, Fürst Salm-Horstmar, in seiner längeren Rede vom 9. Juli d. I. bemüßigt gefühlt, über diese beiden Kategorien deutscher Staatsbürger die Schale seines Zornes auszugießen, nachdem am 25. Juni d. I. der "antisemitische Abgeordnete Dr. Werner- Gießen die Ansicht zutage gefördert hatte, daß „das international gerichtete Freimaurertum und "der anglo-amerikanische Kapitalismus" den Krieg verursacht haben. Um dieser "letzten Behauptung mehr Gewicht zu geben, fügte dieser