Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1918)
- Article
- Das tapfere Schneiderlein
- Date
- 1918-10-01
- Page
- 409 (sequence 2)
- Language
- German
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Vermischtes 409 wMger nach Frankreich 1815" medergeschrieben hat. Sie iß in der Reelamausgabe auf Seite 147 zu finden und lautet: „Gedacht sei hier noch eines anderen Kameraden, an den mich die politischen Fragen der Gegenwart wieder lebhaft erinnern. Ein kleiner, untersetzter, schwarzer Mann, nicht schön und in seinem Wesen nichts von einem Gentleman. Wenn er nicht die Büchse trug, waren seine Waffen Schere und Nadel, und er säumte auch nicht, in jedem Quartier, wenn er vom Dienst frei war, die Beine übereinander- Zuschlägen und den Faden Zu wichsen. Unsere Uniformstücke verdankten ihm, daß sie noch so erträglich aushielten; wenigstens, wenn sie Miene machten auseinanderzugehen, war er es, der sie zu ihrer Pflicht fürs Vaterland zurücknötigte. Wer er stand, trotz seiner Unansehnlichkeit, in großem Ansehen, und bei den Hänseleien, die im kameradschaftlichen Leben unvermeidlich sind, wagte sich ihm niemand zu nahe; denn es war bekannt, daß er sich in dem vorigen Feldzuge tapfer gehalten hatte und mehrmals verwundet war, wovon seine Hand Zeugnis aölegte. Er hieß Schwarzbram und war ein Jude." FLr bk ProNNZisL-HebamMerrLehrarrstalL in Celle wurde Lurch Inserat hi den „Aerztlichen Mitteilungen" (Nr. 11, vom 15. 3. 18) ein evangelischer Assistenzarzt oder Aerztin gesucht^ Da es sich nicht um eine private konfesiionelle Anstalt handelt, deren Satzung unter Umstanden evangelische Angestellte vorschreibt, die Anstalt vielmehr eine Gründung der Provinzial-Verwaltung ist, hat der Centralverein dem Landeshauptmann der Provinz Hannover den Fall unterbreitet mit den Hinweis darauf, daß ein solcher Ausschluß von Bekennern einer bestimmten Religion aus die Angehörigen dieser Religion, ganz besonders in der jetzigen Krregszeit, verletzend wirken müsse. Das Landesdirektorium der Provinz Hannover hat dem Centralverein geantwortet, der Direktor der Hebammenlehranstalt sei bei der Abfassung der Anzeige lediglich der Handhabung seiner Bmtsvorgänger gefolgt, werde aber bei künftigen Arzranzeigen die Hinzusetzung des Bekenntnisses unterlassen. Im übrigen stehe die Ansteüung der Aerzte nicht dem Anstaltsdirektor, sondern dem LandesdirLktorium zu. — Wenn in der Folgezeit entgegen dem bisherigen Brauch, oder vielmehr Mißbrauch in den Stellengesuchen das Erfordernis eines bestimmten Bekenntnisses sortfallen wird, so wollen wir doch hoffen, daß das Landesdirektorium Hannover noch einen Schritt weitergeht und auch bei der Anstellung selbst nicht das religiöse Bekenntnis als ausschlaggebend ansehen wird. Der jüdisch-katholisch? Raubmörder. Im Wiener Hotel Bristol wurde ein Raubmord verübt. Als Täter wurden ein gewisser EmoDavit und der junge Franke verhaftet. Die österreichischen antisemitischen Blätter, an der SpiHe die „Ostdeutsche Rundschau" des Abg. Wolf, schroteten den Raubmord für ihre Zwecke aus: Emo Davit — sie nannten ihn der größeren Glaubhaftigkeit halber David — sei Jude und habe den Franks zur Tat verführt. Auch die „Reichspost", die immer noch das Organ des Wiener Erzbischofs ist, fehlte nicht im Chor der Hetzer. Für dieses fromme katholische Blatt ist es ein doppelter Reinfall, daß Emo Davit nicht nur Christ, sondern sogar katholisch und genau so, wie Franke, rein arischer Abstammung ist. Daß auch die famose Zeitschrift „Auf Vorposten", das Organ gegen die Ueberheöung des Judentums, den Fall des jüdischen Raubmörders in breiter Weise behandelte, war zu erwarten. Ebenso ist zu erwarten, daß keines dieser Blätter, welche deutsche Sittlichkeit und Ehrlichkeit zu vertreten vorgeben, den Schwinde! berichtigen wird. Volk rer Not mud FreWÄeAvsxkshr. Unter dieser Ueberschrift veröffentlichten die „Innsbrucker Nachrichten" (Nr. 156) einen Artikel des TierzuchtoberinspekLors KuöaL, auf den Herr FlorenLin