Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1918)
- Article
- Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden
- Date
- 1918-10-01
- Page
- 405 (sequence 2)
- Language
- German
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Vermischtes 405 sowie um die Einführung von Vormundschaft»-, Pflegschasts- und B e i st a n d s s ch a f t e n für hilssbebürftrge jüdische Kinder, insbesondere für n n e 9 e 11 ch e u n b ver w ahrloste Kinder in den einzelnen Gemeinden Deutschlands. Jedes hilfsbedürftige jüdische Kind soll einen j it bischen Vormund, Beistand oder Pfleger erhalten. Die zur Ausführung dieser Beschlüsse eingesetzten Kommissionen haben wiederholt getagt, und es sind alle Vorarbeiten getroffen worden, um in Kürze mit der praktischen Durchführung der als notwendig erachteten Maßnahmen zu beginnen. Einer eindrucks-iollen Feier des Neujahrsfestes erfreuten sich, so wird uns aus Straßburg geschrieben, die jüdischen Feldgrauen, die von großen Teilen der Front nach Swa'st .m kommen durften, um dort die Festtage zu verbringen. „Von/seiten iw- A. O. K. und des Armeerabbiners Herrn X>r. Cohn-Berlin, dem eigenrlich der tzauptdauk aeöübrt, war alles getan worden, den jüdischen Mannschaften angenehme Festtage zu ermöglichen. Der Gottesdienst in der Aubette war sehr eindrucksvoll und wird allen Teilnehmern in dauernder Erinnerung bleiben. Nachher fand im Sänger- Hans ein Feiertagsessen* statt; Damen sorgten auf'das beste für das leibliche Wohl. Die Kosten für eine derartige Veranstaltung sind naturgemäß groß. Die jüdische Gemeinde Streßöurg hatte Mittel zur Verfügung gestellt, die aber nicht ausgereicht haben würden, wenn nicht noch von anderer Seite Spenden zur Deckung der Unkosten zur Verfügung gestanden hätten. i Wäre es da nicht angebracht, jüdische Kreise in allen Teilen Deutschlands daran zu erinnern, daß auch einer großen Anzahl ihrer Angehörigen im Felde diese segensreichen Einrichtungen zugute kommen? Alle, die ein Herz für unsere jüdischen Brüder haben, sollten rechtzeitig ein Scherflein für diesen Zweck beitragen." Vsrmlschtss. Jüdische FelLgLttesdiensts. Auf Beschwerden aus dem Felde geben wir an dieser Stelle bekannt, daß jüdische FeldgoiLesdienste regelmäßig alle vier bis fünf Wochen für jede Division stattsinden und rechtzeitig durch Korpsbeziehungsweise Divisions-Tagesbefehle bekanntgegeben werden. Wenn trotzdem Klagen jüdischer Kameraden laut werden, daß sie von jüdischen Gottesdiensten nichts erfahren, so kann sich das nur dadurch erklären, daß der betreffende Vorgesetzte gegen den Befehl die Bekanntgabe unterlassen hat. Hier würde ein Grund zur Beschwerde vorliegen. Andernfalls konnte sich auch der jüdische Soldat mittels einer Feldpostkarte vertrauensvoll an seinen ArmseraLbiner wenden. Eine Antrftmit§nred§ hat Professor %L Gebhard am 14.September abends bei einer im Anschluß an die alldeutsche Verbandstagung (siehe auch die„U.m schau") veranstalteten „vaterländischen Kundgebung" in Hannover gehalten. Die „Alldeutschen Blätter" veröffentlichten ihren Wortlaut schon am 14. September, morgens; eine geradezu zauberhafte Geschwindigkeit. Professor Gebhard hatte die Liebenswürdigkeit, die Judenfrage, mie et behauptet, ganz leidenschaftslos zu behandeln, ohne Klassenhaß und Rassenhaß; er hatte aber die Dreistigkeit, abermals das Monunsenwort von den Inden als ZersetzungZelenrent unvollständig zu zitieren. Er hatte die Liebenswürdigkeit,- anzu-erkennen, daß es Juden gibt, die sich ehrlich bemühen, deutschem Wesen gerecht zw werden; er hatte aber die Dreistigkeit, gönnerhaft 511511 geben, daß „einzelne Juden