Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 9 (September 1918)
- Article
- Die Juden in Finnland
- Date
- 1918-09-01
- Page
- 365 (sequence 2)
- Language
- German
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Wissenschaft unb Kunst Büch er sch an 565 schwierigere Lage versetzt worden als andere russische Staatsangehörige. Es sind im Gegenteil eine Menge Ausländer verständigt worden, unmUtelbav Z>a$ £anb zu verlassen, und nur die zuverlässigeren Elemente unter ihnen haben einen Aufschub ihrer Reise, zum Teil bis zum 30. September, bewilligt erhalten. Wenn das Recht, sich nach dem genannten Zeitpunkt in Finnland auszuhalten, nicht einmal für die letztgenannte Kategorie von Ausländern anders als in ÄusnahmefÜllen wird verlängert werden können, so beruht dies ausschließlich auf den äußerst geringen Lebensmittelvorraten des Landes, nicht aber aus irgendeiner Abneigung gegen die Ausländer als solche und am allerwenigsten aus irgendeiner Iudenfeindlicht'ett der gegenwärtigen finnischen Regierung, die nur in der Phantasie des berichtenden Pressebureaus vorhanden ist." Wissenschaft unb Kunst. Drei jüdische UrriErfiLLLsprssessorend An der Straßburger Universität ist der außerordentliche Professor der theoretischen Physik Br. Emil E O h n, zum ordentlichen Professor ernannt worden. Professor Cohn geboren zu Neustrelitz, hat sich im Februar 1884 als Privatdozenr für das genannte Fach habilitiert und ist am 27. September 1-884 zum außerordentlichen Professor ermannt worden. Seine fetzige Ernennung zum Ordinarius bedeutet, wie die „Straßburger Post" vom I. August schreibt, eine besondere persönliche Auszeichnung, da für fein Fach kein Ordinariat im Universitätsetat vorgesehen ist. Das gleiche gilt von dem außerordentlichen Professor der Ohrenheilkunde und der Laryngologie Br. Paul Manasse, der gleichfalls zum ordentlichen Professor ernannt worden ist. Manasse, geboren zu Naugard in Pommern, hat sich im Oktober 1896 als Privatdozenr habilitiert und wurde am 20. Januar 1902 zum außerordentlichen Professor befördert. Der außerordentliche Professor der inneren Medizin Br. Arnold Cahn ist zum Honorarprofessor ernannt worden. Er hat sich, geboren zu Worms in Hessen, im Oktober 1886 als Privatdozent habilitiert und ist am 21. Februar 1895 zum außerordentlichen Professor befördert worden. Bücherschau. Franz Roserrzweig: „Zeit ist's." Berlin-München 1918. Verlag der Neuen ' Jüdischen Monatshefte. Gegenstand der Broschüre ist das Bilduugsproblem des Augenblicks. Rsienzweig geht von dem Zeitgedanken Zunz' aus, daß die Gleichberechtigung der "Juden aus der Gleichberechtigung der Wissenschaft des Judentums heroorgehen müsse. Alle die Paragraphen, die inzwischen die Gleichberechtigung haben herbeiführen wollen, treffen nur den Juden als einzelnen Menschen. Die jüdische Gemeinschaft und der Jude als solcher stehen noch immer zurück. Unserer Gemeinschaft die Gleichberechtigung zu erzwingen, fehlt uns zweierlei. Uns fehlt erstens eine allumfassende Organisation. Diese Organisation darf aber zweitens keine rein aus der Zugehörigkeit zur Rasse beruhende Körperschaft sein. Eine solche hätte uns auch die vormärzliche Reaktion gegeben. Wir brauchen vielmehr eine Organisation des Judentums als "einer geistigen Idee. Nächster Zweck und Gelegenheit, diese Organisation zu gründen, ist die dringende nötige Neuordnung des Religionsunterrichts, der Grundlage der ganzen jüdischen Bildung. R. entwickelt einen Lehrplan für den Religionsunterricht an den höheren Lehranstalten, der in zwölf Schnljahren den Riesenbau der Religions-, Literatur- und Kulturgeschichte dem