Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 9 (September 1918)
- Article
- Aufruf! / Baum
- Date
- 1918-09-01
- Page
- 354 (sequence 2)
- Language
- German
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Im deutscheu Reich 354 mentlich die Kinder der Ansiedler dem schönen, freien Berufe des Landbaues geneigt machen. Für den Erwerb des erforderlichen Grund und Bodens, der demnächst den einzelnen Anbauern in Pacht oder Erbpacht zu geben wäre, eröffnen sich verschiedene Möglichkeiten; es kämen die bestehenden jüdischen Gemeinden irr Frage, die Teile ihres Vermögens statt in Staatspapieren oder Hypotheken ebensogut mündelsicher in Grund und Boden nahe den Städten anlegen könnten, wobei dessen steigender Wert ein Risiko ausschließt. Daneben wäre der Weg zur Begründung besonderer Siedlungsgefellschasten oder sin anderen gesetzlichen Gesellschaftsformen' für den Erwerb geeigneter Bodenslächen und deren Weitergabe in einzelnen Parzellen zu wählen. Zur Begründung solcher Genossenschasten und Gesellschaften und zur Beisteuer für die erforderlichen Kosten der Ausführungdes Planes fordern wir durch diesen Aufruf alle Glaubensgenossen auf. Es gilt die Erhaltung und Gesundung des Judentums durch Rückkehr zur Natur, es gilt die Schaffung wirtschaftlicher Selbständigkeit der erwerbslosen und erwerbsschwachen Juden sowie deren Abkehr aus den überfüllten kaufmännischen und freien Berufen, aus der Großstadt und aus der proletarischakademischen Betätigung. Wir bitten daher zur Deckung der zunächst erforderlichen Organisationskosten um Zeichnung eines möglichst hohen Betrages, wobei wir bemerken, daß späterhin auch die Aufnahme von verzinslichen Darlehen gegen hypothekarische Sicherstellung aus dem zu erwerbenden Grundbesitze der Gesellschaften in Aussicht genommen ist, und daß hierbei auf die Beteiligung unserer Glaubensgenossen gerechnet wird. Wir fügen den Entwurf eines Zeichnungsscheines zur Vollziehung bei*) und bitten, dementsprechende Erklärungen an den Unterzeichneten Verein zur Förderung der Bodenkultur unter den Juden Deutschlands (Bodenkulturverein E. V.j, Geschäftsstelle Charlottenburg, Dernburgstraße 46 (Telephon Amt Wilhelm 5622), oder an die Unterzeichnete Hauptstelle für Berufsberatung der Juden (Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, SW. 68, Lindeustraße 13) einsenden zu wollen. Berlin, im August 1918. Hauptstelle der Berufsberatung der Juden I. A. Rechtsanwalt Baum Bodenkulturverein E. V. I. A. Professor O. Warbura Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. *) Der Zeichmrngsschein ist diesem Heft beigelegt.