Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1918)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1918-07-01
- Page
- 316 (sequence 1)
- Language
- German
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316 Im deutschen Reich ZettAttgsftiMwe«. In Dr. Blochs „Oesterreichischen Wochenschrift" (Nr. 23 vom 14. 6.) finden wir einen Brief aus Rumänien abgedruckt, dem wir folgende Ausführungen entnehmen: „In politischer Beziehung sind die Juden in Rumänien voller Hoffnung und voller Befürchtung. Sie hoffen, daß die Stunde der Lösung der tudensrage für sie geschlagen hat, sie find besorgt wegen der gehässigen timmung, die gegen sie zum Ausdrucke gebracht wird. Sie sind glücklich, daß -die jüdische Solidarität und das europäische Gewissen sich in den Reihen der Zentralmächte äußern, sie fühlen sich unglücklich, daß sie wenig eingreifen können und daß die Rumänen selber nicht mehr für die gerechte Sache der rumänischen Juden eintreten. Nach den Aeußerungen rumänischer Führer gegenüber den Vertretern der „Union der einheimischen Juden" ist jedoch zu hoffen, daß die einsichtsvollen hier im Lande es ernst mit der Lösung der Judenfrage nehmen werden. Im übrigen trifft die rumänische Juoenschaft bereits organisatorische Vorkehrungen für die von ihnen erwartete gesetzliche Gleichberechtigung der rumänischen Juden, zu deren Einführung die rumänische Regierung sich im Bukarester Friedensvertrag verpflichtet hat. Wre erinnerlich, hat sich die rumänische Regierung in diesem Vertrage insbesondere verpflichtet, die Bildung öffentlich-rechtlich organisierter und vom Gesetze anerkannter Kultusgemeinden zu gestatten. Auf Grund dieser Zusicherung bildete sich ein Aktionskomitee, dem bekannte jüdische Persönlichkeiten aus dem ganzen Lande angehören, welches die Aufgabe übernommen hat, ein Mustergemeindestatut auszuarbeiten, in welchem die besonderen rumänischen Verhältnisse Berücksichtigung finden sollen. Das Aktionskomitee steht mit der rumänischen Regierung in Fühlung, um schon bei dem Statutenentwurfe die Wünsche der Stegienmjj kennen zu lernen. Inzwischen suchen die hiesigen Juden ihren pHrlanthroprschen und kulturellen Aufgaben gerecht zu werden. Das Zentrachllfskomitee unter dem Präsidium der Herren Dr. Beck, Dr. Niemirower, Adolf Solomon und Elly Berkowitz setzt seine Tätigkeit fort. Das Komitee für die Jnterniertgswesenen hat in letzter Zeit besonders für Rabbiner, Kantoren und Lehrer, die sich in Bukarest aufhalten — infolge einer Intervention des österreichischen Generalkonsuls Baron Bornemissa bei Rabbiner Dr. Mernirower — Sorge getragen. Das Komitee für Gefangengewesene steht jetzt infolge der Demobilisierung vor großen Ausgaben. In kultureller Hinsicht ist zu melden, daß der von den Herren Dr. I. Niemirower und M. Schweig geleitete Kulturverein „Saron" viel Erfolg mit der Errichtung der'Lehrkurse für Hebräisch hat. Bier Kurse werden abgehalten: zwei für Gymnasiasten, einer für Erwachsene und einer für Hochschüler. Die Gesamtzahl derjenigen, die diese Kurse frequentieren, übersteigt zweihundert. Die B'nai B'rith-Loge „Noua Fraternitate" hat auf die Initiative ihres Präsidenten Dr. Niemirower eine Kommission gebildet, welche die Frage der Gestaltung der jüdischen Kultusgemeinoen studieren soll." Bücherschau. Friedenspflichten des Einzelnen. Sechs Preisarbeiten der Großioge für Deutschland von Georg I. Plotke, Wilhelm Jerusalem, Immanuel Lewy, Jsmar Elbogen, Mar Seber und Max Golde. (Friedrich Andreas Perthes A.-G., Gotha 1918.) Die Moritz-Manheimer-Stistung hat mit ihrem jüngsten Preisausschreiben „Friedenspslichten des Einzelnen" eine schwierige Frage zur