Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1918)
- Article
- Rumänischer Friedensvertrag
- Date
- 1918-07-01
- Page
- 313 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2316602-2316876-2316883-2354308--28860-2354414- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Vermischtes 513 staltung der Leipziger Ortsgruppe der Vaterlandspartei von Generalsekretär Geiser in einem Vortrag als ein großer Fehler bezeichnet worden. „Wir haben uns dadurch, wie der Redner nach einem Bericht des Leipziger Tageblattes (Nr. 266 vom 7. Juni) aussührte, nicht nur die Sympathien *der breiten Masse der rumänischen Bevölkerung verscherzt, sondern uns selbst dort einen der größten wirtschaftlichen Konkurrenten geschaffen/' — Beide Gründe kennzeichnen die Höhe politischer Auffassung des Redners der Vaterlandspartei. Von Sympathien breiter Bevölkerungsfchichten im Auslände macht doch die Vaterlandspartei sonst ihre Stellung nicht abhängig! Die Furcht vor der ausländischen Konkurrenz der rumänischen Juden ist aber für einen von der wirtschaftlichen Tüchtigkeit Deutschlands Durchdrungenen, höchst seltsam. Dazu gehört schon sine'Airffaffung, wie sie in den kurzsichtigsten Kreisen der Entente herrscht, die sich vor der „penetration pacifique“ der Deutschen in allen Ländern fürchten, die diesen zugänglich sind und sich alles von militärischer und schutzzöllnerischer Kolonisation nach französischem Tunis- und Marokkomuster versprechen. Deutsch ist solche Politik bisher nicht gewesen. Wegen Verstoßes Argen die ZrufurservrdNLNg hatte sich der bekannte antisemitische Schriftsteller Dr. Heinrich Pudor wieder einmal vor dem Schöffengericht in Leipzig zu verantworten. Am 4. Oktober 1915 hatte ihm das Generalkommando in Leipzig ausgegeben, um die Gefahr der Aufreizung verschiedener Vevölkernngskreise zu vermeiden, seine sämtlichen schriftstellerischen Arbeiten zur Vorzensur beim Polizeiamt einzureichen. Trotzdem hat Dr. Pudor nach dem 23. April 1917 in kurz aufeinanderfolgenden Fristen Auflagen seiner Zeitschrift Deutscher Volksrat zwischen 100 und 200 Exemplaren an Interessenten zur Versendung,gebracht, in denen sich nicht nur Artikel militärischen und sozialen Inhalts befanden, die nicht zur Vorzensur vorgelegt waren, sondern auch solche, die schon vorher beanstandet worden waren. Wegen dieses Verstoßes und well auch Name und Wohnort des Druckers und Herausgebers nicht angegeben waren, hatte, wie das Leipziger Tageblatt vom 14. Juni mitteilt, Dr. Pudor einen Strafbefehl über 500 Mark zugestellt erhalten, gegen den er die Entscheidung, des Gerichts beantragt hatte, mit dem Einwenden, daß sich die Anordnung der Vorzensur nur aus die von ihm herausgegebene Zeitschrift „Eiserner Ring" bezogen habe; auch habe er es für seine Gewissenspflicht gehalten, seine Ideen in der Oeffentlichkeit zur Kenntnis und zur Geltung Zu bringen. In Berücksichtigung des Umstandes, daß Dr. Pudor sich durch seine mehrmalige Bestrafung nicht hat abhalten lassen, wieder gegen die Anordnung der Behörde zu handeln, erhöhte das Schöffengericht die Geldstrafe von 500 auf 850 Mark. Düs „Ideal" Jerusalem. In der Münchener freimaurerischen Zeitschrift ..Der unsichtbare Tempel" (Nummer *2) findet sich in einem Artikel über Jerusalem folgende Stellungnahme der Freimaurerei zum Zionismus: „Wir wollen gern anerkennten, daß mancher jüdische Zionist und mancher, der die Stadt Jerusalem zu einem völkerbindenden Mittelpunkt, zum Sitz eines geistigen Menfchenordens machen will, es im Grunde ebenso meint, wie wir Freunde des unsichtbaren Tempels es meinen. Nur vor der Verführung durch allzu hochgespannte Erwartungen wollen wir warnen. Jerusalem ist ein „Ideal", nicht weniger, nicht mehr. Wie man mit Idealen umgeht, so soll man mit Jerusalem umgehen." Hermann Melohlümeff der ehemalige österreichische Reichsratsabgeordnete, ist im Alter von 57 Jahren gestorben. Bielohlawek war einer der skrupellosesten Agitatoren der christlichsozialen Partei, der Typus des bildungsfeindlichen antisemitischen Philisters und Hetzers, ein grobgehauener Schüler des blendenderen Karl Lueger. Klassisch war sein Ausspruch im Parlament: ..Tolstoi ist ein alter Tepp!" Ebenso berühmt geworden ist