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Im deutschen Reich · 1918-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1918) · p. 309

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1918)
Article
Aufforderung zum Besuch verwundeter Glaubensgenossen
Date
1918-07-01
Page
309 (sequence 2)
Language
German
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Vermischtes 30‘4 soweit helfen, als sie vielleicht wöchentlich einnial nach jüdischen Pfleglingen in den Lazaretten fragen und dann der Ortsloge U. O. B. B. oder, wo eine solche nicht vorhanden ist, der Wohl überall befindlichen Chewra Kadischa Mitteilung wachen. Besuche der Kranken durch den Rabbiner sind sehr wünschenswert. Selbstverständlich werden sich im Bedarfsfälle auch die Vertrauensleute des Centralvereius der Pfleglinge des Lazaretts nach dieser Richtung annehmen. Der Centralverein hat sich jedoch, da eben andere Vereinein deren Aufgabenkreis er nicht übergreifen möchte, hierfür zuständig sind, im allgemeiner: darauf beschränkt, die jüdischen LaZarettinsassen mit geeigneten Lesestoff Zu versehen. Die Berliner jüdische Gemeinde arbeitet hier vorbildlich. Die jüdischen Soldaten in den Lazaretten werben von Rabbinern und Ehrenmitgliedern besucht. Ein Rabbiner hat ungefähr 10 Lazarette unter sich, die er im Monat drei bis vier Mal besucht. Die Rabbiner arbeiten auch noch mit Helfern, die über das Befinden und die Wünsche der Soldaten telefonisch oder schriftlich Bericht erstatten- Diese Berichte gehen von den Rabbinern zur Kriegshilfskommisston, die eine Statistik der Verwundeten führt und ihre besonderen Wünsche, (wie Kleidung, Bücher) berücksichtigt. An den großen Feiertagen werden die Verwundeten auch beköstigt. Verteilung der: FeWibelu. Auf Eingaben des Verbandes der Deutschen Juden hat das Kriegsministerium ihm für die zur Verteilung gelangende Feldbibel einen Beitrag von 5V0M. bewilligt, ferner eine dem Preise;ut die christlichen Feldgesangbücher entsprechende Unterstützung zur Ausstattung 'jüdischer Heeresangehöriger mit Feldgeöetb ü ch e r n gewährt. Beerdigung eines Mischen MegerleuiNtMLs. Aus BeuLhen (Oberschlesien) wird berichtet, daß dort der Leutnant d. R. Pincz 0 wer, der bei einen: Uebungsflug in Brieg verunglückt war, unter großer Beteiligung der Bürgerschaft aller Konfessionen beerdigt wurde. „Zwei Flieger von der Fliegerschule in SSrieg waren mit ihren Flugzeugen nach Beuthen geflogen, nur ihrem Kameraden die letzte Ehre zu erweisen. Sie umkreisten mit ibren Flugzeugen mehrere Male das Trauerhaus, und als sich der Leichenzug in Bewegung setzte, flogen sie in der Richtung nach dem Friedhöfe weiter. Dem Leichenzug voran schritt die Militärkapelle und eine Abteilung Soldaten des 2. Ersatzbataillons des Jnfanterieregiments 156. Während der Beerdigung umkreisten die Flieger den Friedhof und warfen einen Kranz aus Lorbeer- und Eichenlaub mir schwarz-weiß-roter Schleife ab, aus welcher dem Verstorbenen der letzte Gruß gewidmet war." Der Leutnant der Landwehr, Martin Goldschmidt, Inhaber der Eisernen Kreuze 1. und 2. Klasse, Sohn des Bankdirektors Ignatz Goldfchmidt in Posen, ist an schweren Wunden in einem Feldlazarett gestorben. Der Kommandeur des I. Pos. Feldarll-Regiments Nr. 20 widmet ihm in den Blättern einen sehr warmen Nachruf. Ein jüdischer Generalleutnant in England. Hollandsch Nisuwsbüro meldete aus London: Generalmajor Sir John Monash Koö hat den Befehl über sin australisches Armeekorps und gleichzeitig den Rang eines Generalleutnants erhalten. Das ist die höchstchAuszeichnung, die jemals ein Israelit bei der Armee bekommen hat.

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