Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1918)
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1918-07-01
- Page
- 308 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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808 Im deutschen Reich Verartstattrmgerr. Girren Kursus zur Lpslsgetischcn Behandlung jüdisch-religiöser Themen will der Verband der Deutschen Juden für die Zeit vom 2. bis 7. Oktober in Berlin veranstalten. Die Vorlesungen werden folgende Gegenstände umfassen: 1. Das Judentum zur Z eilst der Entstehung 'des Christentums, 2. Die Gruudlehren des Judentums und anderer Religionen, 3. Geschichte und Methode der Judenmission, 4. Angriffe auf das jüdische Schrifttum, o. Angriffe auf die Glaubens- und Sitteulehren des Judentums. Als Lehrer sind bisher gewonnen die Herren: Rabbiner Dt. Baeck, Dr. S. Bernfeld, Rabbiner Or. Hochfeld, Rabbiner Or. Lieberrnann. Es wird auf eine Zuhörerschaft aus den Kreisen der jüdischer? Theologem Zebrer und Lehrerinnen, Mitglieder der jüdischen Studentenverbindungen uno Jugendverstine und gebildeter Glaubensgenossen, die für diese Fragen Interesse haben, gerechnet- Um weiten Kreisen die Teilnahme an dem Kursus zu ermöglichen, wird nur eine Einschreibegeöühr von 3 Mark erhoben. Meldungen für die Teilnahme werden mündlich oder schriftlich möglichst bis zum 15. September — im Büro des Verbandes der Deutschen Juden, Berlin 'W, 35, Steglitzer Straße 9, enigeo engerwmmen. VSIMifchkss» ArrWrdsrNNZzuMVKsZrchverwUNdsLerGlsAösÄsgKNsffeLr» Im Anschluß an den Aufsatz „Sammlung der Kräfte" von Frohmanrr (Märznumurer unserer Zeitschrift) hüben wir mehrere zustimmende Schreiben erhalten, darunter einige, in denen beachtenswerte ergänzende Vorschläge gemacht werden. So heißt ss in der Zuschrift des Vorsitzenden eines jüdischen Kugendvereins: „Der Verfasser spricht in erster Linie von der Sammlung der zurückgekehrten Kriegsteilnehmer, die. also den grauen Nock abgelegt haben Er hat zweifellos recht, wenn er im Interesse des Judentums mehr Aufmerksamkeit für die Soldaten der Garnison fordert, aber für ebenso wichtig und vielleicht auch dankbar halte ich es, wenn diese Aufmerksamkeit in erhöhtem Maße den Soldaten an anderer Stätte entgegengebracht wird: in den Lazaretten. Bedauerlicherweise sind aus diesem Gebiete große Fehler gemacht worden. Viel, sehr stiel wertvolles Material ist unentdeckt geblieben. Man ließ arge Feinds schalten und walten: Stumpfsinn und Gleichgültigkeit. Die'Rufe nach den Glaubensgenossen aus den Lazaretten, die auch in der jüdischen Presse Aufnahme fanden, muß ich als durchaus berechtigt anerkennen. Die jüdische Seelsorge hat vielfach versagt. Es vergehen oft Monate, bis ein Jude den Weg zum verwundeten oder fehlerhaften Glaubensbruder findet. Muß das sein? Woran liegt das? Nur an der richtigen Organisation. Sollte man es nicht als ein Gebot der Stunde betrachten, dem Bruder aus diese oder jene Art seine Leiden lindern zu helfen? In verschiedenen Orten, in Kreuznach, Chemnitz, Görlitz haben die jüdischen Jugendvereine die so segensreiche Fürsorge für diese Soldaten übernommen. Leider besitzt nicht jede Stadt sinen Fugeudverein, und dann hat auch nicht jeder Jugendverein dem damaligen Wunsche des Centralvereins entsprochen." Der Verfasser schildert die Zustände glücklicherweise Zu schwarz; dennoch entsprechen wir gern seinem Wunsch, auch in unserer Zeitfchrift dazu aufzufordern, daß sich die slunnerksarnFeiL der jüdischen Gemeinden, in deren Bezirk sich Lazarette befinden, Lauernd den jüdischen Kranken zuwende. Die II. O. B. B,. Logen tun dies bereits seit Krisgsöeginn. Die Gemeinden konnten hier aber in-