Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1918)
- Article
- Angeblich jüdischer Kriegswucher mit beschlagnahmten Kirchenglocken
- Date
- 1918-07-01
- Page
- 295 (sequence 2)
- Language
- German
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Pro Palästina 295 Verwaltung steht und von Delegierten des Kriegsministerimns geleitet wird- Manfred Weiß ist wohl Besitzer özw. Großaktionär, hat aber auf den Betrieb keinen Einfluß. Was in dieser Fabrik geschieht, vollziehen im Aufträge der Heeresverwaltung Organe des Kriegsministeriums. Wir haben am 28. Februar dem Westfälischen Volksblatt diesen Sachverhalt mitgeteiLt und um eine Richiigstellung gebeten, ferner um Mitteilung der Quelle ersucht,'damit wir auch dort für eine Berichtigung sorgen können. Wir Haber: das Blatt nach einem Monat an unser Schreiben erinnert, nach zwei Wochen, am 11. April abermals und schließlich am 1-1. Mai noch einmal. Das Blatt ist stumm und gegenüber der Stimme der Wahrheit taub geblieben. Am 2. Juni fanden wir dieselbe Kirchenglocken-GeschichLe in dem vom Zentralvorstand des Blauen Kreuzes in Barmen herausgegebenen Blättchen „Rettung" (Nr. 22) unter der Spitzmarke „Wozu die Kirchenaloäen benutzt werden". Im Oberschlesischen Kurier (Nr. 119 vom 25. Mai) tauchte plötzlich der jüdische Manfred Weiß wieder auf, jedoch im Rahmen einer anderen Erzählung. Der Kurier beruft sich auf die Wiener „Sonntagsglocke" (Nr. 25), in der folgendes Zu Lesen sei: „Kürzlich war n: Wien das VergNügUNgseLablisserrrenL „Kaisergarten" eröffnet, und es Lot sich nun den Besuchern desselben der öesremdends Anblick, daß dortfelöst eine Glocke angebracht ist, welche die Bestimmung hat, dis Sperrstunde anzuzsigen, und die nach den aufweisend srr Heiligenbildern und Inschriften von einer Tiroler Kirche stammt und daher zweifellos für Heereszwecke requiriert worden ist. Wie kommt denn die Kirchenglocke, die zum Zweck der Verteidigung des Vaterlandes abverlangt wurde, in das VergnügungseLüöliffement für die Zebewelt? Kann denn der Israelit Manfred Weiß nach Belieben mit den ihm überwiesenen Glocken schalten? Auf diese Fragen werden wohl die kompetenten Behörden Antwort geben muffen." Auch wir unterstützen die Aufforderung, daß die kompetenten Behörden Antwort geben, Litten aber schon jetzt die betreffenden Zeitungen, Laß sie die Antwort auch ab drucken und endlich aufhören, mit den Kirchenglocken des Juden Manfred Weiß zur Hetze gegen die Juden zu läuten. Prs PEstiss. Vor kurzem ist in Berlin unter dem Namen „Pro Palästina, Deutsches Komitee zur Förderung der jüdischen Palästinasiedlung" eine Gesellschaft gegründet worden, deren Leitung in den Händen der Herren Prof. Dr. Carl Ballod, Prof. Dr. Hans Delbrück, des Kaiserlichen Gesandten z. D. Kasch bau, des jetzigen Reichstags- Präsidenten Fehrenbach und der Abgeordneten Gothein, Junck und Roste liegt. Eine Reihe Gelehrter, Schriftsteller und Politiker sind inzwischen dem Arbeitsausschuß betaeireien; wir nennen die Reichstagsabgeordneten Erzberger, Cohen-Neuß, Scheidemann, Graf Westarp, ferner die Professoren Dr. Hoetzsch, Dr. dJlax Weber-Heidelberg, Dr. Somöart; Adnüral von Truppel, Vortragender Rat im Reichs-KolonialamL, Prof. Dr. Zoepfl.