Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1918)
- Article
- Eine judenfeindliche Bewegung
- Date
- 1918-07-01
- Page
- 287 (sequence 2)
- Language
- German
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Umschau 287 schau und in Lodz waren, wie das Blatt berichtet, vor wenigen Tagen überall Aufrufe angeschlagen, die in unmißverständlicher Weife gegen die Juden aufreizten. Einer dieser Aufrufe Lautete: Polen, Achtung! Dem polnischen Volk droht große Gefahr l Dis Macht irrr Lande übt eine fremde'Gewalt auii Gins frembe Macht zerstört unseren Boden, unsere Kräfte, unsere Arbeitsstätten. Die polnische Regierung, durch die Deutschen eingesetzt, hat keine Macht, führt eins Scheinexistsnz. Jüdische Bauden plündern Polen! Durch ihre Hände nimmt dis Okkupationsmacht alles, was sie will. In dem Bestreben, dis Spuren dieser Vernichtenden Arbeit zu vcmmcheu, säen die Juden Unfrieden Zwischen uns, rufen in unseren Ana? r Streitigkeiten hervor, organisieren den Bürgerkrieg. Unser llllnd macht sie reich, unsere Machtlosigkeit stärkt sie, unser Unfriede gwr ihnen Kraft. Mit den jüdischen Intrigen muß einmal aufgeräumt werden.! Tlii jüdischem Gelds organisierte Schlägereien werden ans tapfere Kämpfer stoßen, welche nicht Geld, sondern das Bewußtsein in den Kampf führt. Für dtp unverschämte, vernichtende PsliriL werden dis Juden dis Strafe erhalten, die ihnen die BeireinngZarmes erteilen wird. Achtung, Polen! Gort ist unser Zeuge, daß wir nickt Blut vergießen wollen: aber vergegenwärtigen wir uns, was für Niederlagen unser Vaterland erwartet, falls wir nicht dieser jüdischen Frechheit sin Ende machen. Die Befrsiungsarmss." In einenanderen Aufruf heißt es: „Das polnische Volk muß erfahren, welche Ziele die Arbeit dieser jüdischen Scheusale erstrebt und wer ihnen das Geld dazu gibt. Man muß diese Bande vertilgen! Diesen Juden muß man eine. Lehre geben. Sie sollen misten, daß die Strafe ne ereilen wird: das polnische Volk denkt anders als der durch die Juden getäuschte Warschauer Stadtrat." 'Wie die „Jüdische Rundschau" anaibt, hingendiese Aufrufe drei Tage lang in allen Straßen von Warschau und Lodz, ohne daß jemand sie entfernte, wenn es nicht Juden taten. Auch wurde kein Fall bekannt, daß einer der Verbreiter dieser Flugblätter abgefaßt oder fcstgenomMen wurde. „Diew Tatsache sei nur so auffallender. als die Polizei sonst die Entfernung ihr unerwünschter Flugblätter und Mauerünschläge gewissenhaft durchführe und gewöhnlich der Verbreiter habhaft Zu werden verstehe." Wenn die polnische Regierung in solchen Fällen versagt, so wird, wie wir erwarten, die deutsche Okkupationsbehörde den Herren klarruacheu müssen, daß eine Erörunn des inneren Friedens, ja nur ein GLwährenlassen solcher gc'ärA'clliN Hetzereien den Zeitpunkt, an bem men Polen sich seien überlassen, darfnur noch weiter hinauszögern muß. LMschSA. Dithmarscher Bauern haben ihrem Landsmann Adolf Bartels» dem Schriftsteller, Literarhistoriker und Antisemiten, einen jährlichen Ehrensold von 2000 Mk. ansgeworfen. Sie beschämen hiermit, wie dis „DentschvöMfchen Mütter" (Nr. 23 vom 7. Juni) schreiben, viele andere Volksgenossen, die Bartels eigentlich zu Weit größerem Danks verpflichtet feien. Wir gönnen