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Im deutschen Reich · 1918-06-01 · Heft 6 (Juni 1918) · p. 266

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 6 (Juni 1918)
Article
Ein jüdisches Lehrfach
Date
1918-06-01
Page
266 (sequence 1)
Language
German
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266 Im deutschen Reich Gebieten wurde das Hilfswerk für annähernd 2Lk Millionen Juden von dem selbständigen „Jüdischen Hilfskomitee für Polen und Litauen zur Verwaltung amerikanischer Unterstützungsgelder" durchgesührt. Aus den amerikanischen Unterstützungsgeldern sind seit Anfang des Krieges bis zum Ausbruch des Krieges mit den Vereinigten Staaten durch das deutsche Komitee verausgabt worden 12 458 671,22 Mark. Davon gelangten nach Polen 7 404 405,38 Mark, nach Litauen 5 054 265,84 Mark. Daneben ist der Hilssverein mit eigenen Mitteln eingetreten. Es wurden überall Volksküchen und ähnliche Einrichtungen geschaffen. Zur Zeit bestehen in den besetzten Gebieten etwa 6OO Volksküchen, Abgabestellen für Naturalien, Teehallen, Schulspeiseanstalten, die von mehr als 400 000 Personen in Anspruch genommen werden. Besondere Fürsorge wurde den in Deutschland befindlichen jüdischen Arö eite r n aus den besetzten Gebieten und den Arbeitern in diesen Gebieten selbst zugewandt. — Gemeinsam mit der Großloge für Deutschland und dem Frankfurter Hilfskomitee führte der Hilssverein der Deutschen Juden ein umfassendes Hilfswerk im Orient vom zweiten Kriegssahr an durch. Das Hilfswerk erforderte seit 1915 einen Kostenaufwand von weit über ZU Millionen Mark. Das Schulwerk des Hilssvereins in Palästina wie der europäischen Türkei, in Konstantinopel hat trotz mannigfachen Schwierigkeiten, mit denen es jetzt naturgemäß zu kämpfen hat, einen guten Fortgang genommen. Es ist dem Hilfsverein auch möglich, durch das einsichtige Entgegenkommen der zuständigen deutschen Behörden die nötigen Geldmittel zur Aufrechterhaltung des Schulwerkes nach Qerujcuein zu überweisen. Die Aufwendungen für das Schulwerk im Orient betrugen 1917 über eine halbe Million Mark, für Schul- und Hilfswerk zusammen annähernd eine Million Mark. Insgesamt sind während des Krieges allein durch Vermittlung des Hilssvereins der Deutschen Juden an 30 Millionen Mark zur Linderung des Elends der Juden im Osten und im Orient, für Schulu.rd Hilfswerk verausgabt worden. Wifferrschsst unb Krrrrft. Ein jüdisches Lehrfach. Das Vorlesungsverzeichnis der Städtischer: Handels!) o ch schule in Köln für das Sommersemester 1918 verzeichnet als neues Lehrfach Biblisches und nachbiblisches Schrifttum, mit der Vorlesung: Einführung in den Talmud, gehalten von Gemeinderabbiner Dr. Rosenthal. Damit hat zum ersten Male eine deutsche Hochschule die jüdische Literatur- und Geistesgeschichte 'in den Bereich ihrer Lehrfächer ausgenommen. Die Vorlesung ist öffentlich und ist für jeden Erwachsenen, Damen und Herren, gegen Lösung der Hörerkarte zugänglich. Professor D. Hermc.-rm L. Strack hat am 6. Mai seinen siebzigsten Geburtstag begangen. Er gehört zu den besten Kennern der semitischen Sprachen und des Judentums der Gegenwart. Bei verschiedenen Ritualmordprozesien der letzter! Jahrzehnte hat Strack durch seine Schriften zum BluraberglauLen uns Juden gegen die Verleumder wirksame Hilfe 'geleistet. Vüchsrfchau. Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur. HerausgegeSen vom Verband der Vereine für jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland. (Verlag M. Poppelauer, Berlin, 1918, 207 Seiten.)

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