Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1918)
- Article
- Jubiläumsversammlungen
- Date
- 1918-06-01
- Page
- 259 (sequence 3)
- Language
- German
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Vermischtes 259 rechte Behandlung, die uns wach wie vor drohe, und legte dar, daß die Arbeit für die Ziele des Centralvereins zugleich die beste Arbeit sür das deutsche Judentum sei. Er besprach dann im einzelnen die Ausgaben des Centralvereins im Kamps für die Gleichberechtigung, sprach von der Förderung der Erziehungsausgaben, von der Berufsberatung und der schwierigen Organisationsfrage des deutschen .Judentums.- Er geißelte den Abfall der Täuflinge und ihre Unterstützung durch den Staat. Tie Festrede fand starken Beifall. Die Versammlung hat den Zusammenhalt der Ortsgruppe noch mehr aefejtlgt und zu wesentlichen Erhöhungen der Vereinsbeiträge durch eine Reihe von Mitgliedern geführt. Frau Direktor Franks Minden hat wie alljährlich so auch dieses Mal uns zum 25. Mai, dem Todestag ihres ersten Gatten, für den von ihr gestifteten „A L b er t - tz i rs ch! a n -d -Fonds s ü r N e ch i s s ch u tz - Zwecke" den Betrag von 1000 Mark überwiesen. Die Spenderin hat damit aufs neue die hochherzige Absicht bekundet, uns in unserem notwendigen Abwehrkampf zu fördern und im besten Sinne für unsere Sache anregend zu wirten. Spendenliste. Postscheck-Konto der Dresdner Baut vlc. 25 0-15. Eigenes Postscheck- Konto Nr. 39 472. Gebrüder Heymann, Berlin .......... 37,75 M. Max Frankenbach, Berlin .......... 100,— M. Schiedsmann Hermann Casver, Berlin ........ 5,— M. Immerwährende Mitgliedschaft erwarb: Frau Adelaide von. Neuschotz, München. VermischLes» UM einer SNtrseMiLischeN Ausnutzung vorzubeugen. Der in Nimptsch in Schlesien erscheinende „Landmann" hat in seiner Nummer vom 3. Januar folgende Anzeige veröffentlicht: „Wir sind von der Regierung beauftragt, 10 000 Zentner Runkeln sofort anzukaufen. Wir dürfen eine Mark über den Höchstpreis, also 2,50 Mark pro Zentner, zahlen und bitten um sofortiges Angebot. Gebrüder Ehrenberg, Nimptsch." Diese Anzeige, die einen auffallenden Beitrag zur HöchfwreispoliLik der Regierung bietet, ist durch mehrere Zeitungen gegangen und, da der jüdisch klingende Name Ehrenberg daruntersteht,.auch vom antisemitischen „Hammer" veröffentlicht worden. Sehr bald dürste der Vorgang auch in anderen judengegnerischen Blattern und in Reden von Antisemiten eine Rolle spielen. Wir haben deshalb Erkundigungen eingezogen und . erfahren, daß Ehrenberg kein Jude ist und daß er, da die Angelegenheit in den Zeitungen erörtert wurde, eine Erklärung des Inhalts veröffentlicht hat, er habe als amtlich bestellter Aufkäufer jener Gegend die Anzeige im Aufträge des dortigen L a n d r a t e s in die Zeitung gesetzt. — Antisemitisches Gift ist also aus dieser Geschichte nicht heraus- Zupresien. Eine grobe Geschmacklosigkeit. In einer Geschäftsanzeiae. die die „Deutsche Tageszeitung" mitten im redottmnest m Text vem'm" E ' re, empfiehlt eiy Berliner Unternehmer Fritz W. Plumhofs c:*r B^illenpräparat zur Vernichtung von Mäusen und Ratten, der: der Name „Pogrom" gegeben ist. Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als „Po grornfab rik". Hierzu bemerkt der „Vorwärts": „Unter Pogrome