Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1918)
- Article
- Die jüdischen Jugendvereine
- Date
- 1918-06-01
- Page
- 252 (sequence 2)
- Language
- German
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252 Im deutschen Reich besondere auch ein Bortrag des Landesrabbiners Dr. Rieger über das Verhältnis der Gemeinden zur Jugendbewegung. Eine systematische Förderung der Bewegung durch die Gemeinden wurde allerseits verlangt. Die Bedeutung, die unser Centralverein der neutralen Jugendbewegung beimißt, kam unmittelbar vor der Tagung dadurch zum Ausdruck, daß Herr Rechtsanwalt Dr. Apfel und Frl. C o r a B e rliner als Führer der neutralen Jugendbewegung in den Vorstand unseres Vereins kooptiert worden sind. Wir hoffen von dem Zusammenarbeiten dieser Jugendführer mit uns sowohl in unserem Vorstand, wie im Vorstände des Jugendverbandes die Arbeit beider Organisationen auf wichtigen Arbeitsgebieten zu fördern. Wir müssen hierbei auf die kräftige Unterstützung unserer Landesverbands und unserer Ortsgruppen rechnen. Mit Recht wurde gelegentlich der Tagung darüber geklagt, daß die lokalen Vertretungen der großen Organisationen, die sich die Förderung der neutralen Jugendbewegung angelegen sein lasten, der Bedeutung dieser Arbeit und der Pflicht der praktischen Förderung und Mitarbeit nicht immer genügend bewußt sind. Auf mancherlei Interessantes und Bedeutsames aus dem Verlauf der Erörterungen behalten wir uns vor, des näheren noch einzui, sobald der stenographische Bericht über Die Versammlung vor- Die jüdische Jugend rrrrd der ZisnisMvs. Der Ruf nach Einigkeit unter den Juden erschallt täglich aufs neue. Immer dringlicher werden diese Ricke, je größer der Antisemitismus wird. Einigkeit allein macht stark; stark gegen jeden Feind. Innere Zwietracht wirkt auf eine jede,Gemeinschaft lähmend und zersetzend. Geschlossen müssen wir deshalb den Kampf gegen den Antisemitismus aufnehmen, gegen den Antisemitismus, der auch nur Juden kennt und nicht Zionisten und Antizionisten. Begraben wir alles das, was uns trennt, im Kampfe um unser Sein als Indem Können wir von unseren Widersachern Achtung vor uns selbst verlangen, wenn wir uns gegenseitig beschimpfen? Mit Recht müssen wir dann nur Spott und Hohn ernten. Der Soldat im Felde besiegelt seine Treue zum deutschen Vaterlande und zu seinem Judentum mit seinem Blute. Opferfreudig gibt er sein Leben hin, wie es ihm die Pflicht als guter Deutschr und Jude gebietet. Einig und von denselben Gedanken beseelt, glaubt der jüdische Soldat, seine Glaubensgenossen hinter sich zu haben. Unterdessen besorgen jüdisch-politische Parteifanatiker die Arbeit für die Antisemiten. Die Schaffung einer neutralen Jugendbewegung lehnen sie ab und beeinflussen die jüdische Jugend einseitig im jüdisch-politischen Sinne. Das politische Gezänks drängt das wahre Judentums die jüdische Lehre, in den Hintergrund. Die Richtschnur fürs Leben gibt diesen jungen Juden die jüdische Partei und nicht die jüdische Lehre. Kann der junge Jude, der ins Leben tritt, wirklich ein'überzeugter Jude werden, wenn er nur die Losung „Hie