Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1918)
- Article
- Inhalt
- Date
- 1918-06-01
- Page
- 233 (sequence 1)
- Language
- German
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CenkmlMLiNS deutscher AMZHUgW jüdischen Giaubeus. —-Erfchemr ZWZlfmal im Fahre» Der „Cerural - Verein deutscher SiLLLsbürger lüdifchsn Glaubens" bezweckt, die deutscher! SLaats- Lürger jüdischen Glaubens ohne Unterschied der religiösen und politischen Richtung Zu faMMsln, um sie in der tatkräftigen Wahrung ihrer staatsbürgerlichen und gesellschaftlichen Gleichstellung, sowie in der unöeirrten Vslege deutscher Gesinnung Zu bestärken. (§ 1 der Satzung des Vereins.) XXIV. Iahr§. Berlin, 3iml 1918 Nr. 6 Inhalt: Hermann Cohen als Jude von Raööinsr Br. Vesrmann. — Wilyelm von Humboldt und feine Beziehungen zu den Juden von Theodor Wioruszswski. — Umschau von I. Sch. — Dis jüdischen Jugendvereine/— Die jüdische Jugend und der Zionismus von Max JschwaLnick. — Fanny von Arnstein von Regina Neißer. - Lord Northeliffe, der Antisemit. — Vereins- Nachrichten. — Vermischtes. — Veranstaltungen. — Wissenschaft und Kunst. - Bücherschau. — Briefkasten. — Inserate. Hermann Cohen als Jude. Von Bez.-Rabb. Dr. Beermann-Heilbronn. „Denn er war unser, mag das stolze Wort den lauten Schmerz gewaltig übertönen." So ging es durch unsere Reihen, als die Totenklage um ihn erschallte, der ein Fürst im Reiche des Geistes und ein König in der Welt der Gedanken gewesen ist. Nicht von dem Menschen Cohen sei hier die Rede. Schon äußerlich lag etwas Unverhältnismäßiges in feiner Gestalt mit dem mächtigen Denkerhaupt und dem keineswegs kraftvollen Körper. Da der Stil der Mensch ist, so zeigte sich auch irr seiner Airsdrucksweise etwas Unproportioniertes. Klare Sätze voll durchsichtigen Inhalts wechselten mit dunklen, schwerflüssigen Gedankengefügen. Weltfremd, wie ja oft das Genie sich das Kindergemüt wahrt, erschien er dennoch oft begnadet mit unerbittlich scharfem Wirklichkeitsfinne, oer den Dingen auf den Grund blickt. Ganz klare Vernunft und zähes Zuendedenkeu einte sich in ihm mit leidenschaftlicher Anteilnahme des Gemütes. Der Mann reinster Sachlichkeit, der unbeirrte Wahrheitssucher, der sprechen durfte, „mich hält kein Band, mich fesselt keine