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Im deutschen Reich · 1918-05-01 · Heft 5 (Mai 1918) · p. 226

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 5 (Mai 1918)
Article
Rumänische Gewalttaten gegen die beßarabischen Juden
Date
1918-05-01
Page
226 (sequence 2)
Language
German
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226 Im deutschen Reich Der Korrespondent meldet weiter: Die Bevölkerung des Städtchens Aedintzi ist unausgesetzten Grausamkeiten, Vergewaltigungen und Drangt lalierungen ausgelieferL. Außer der Todesstrafe, die vom Hauptmann Dimitriu für seiner Meinung nach richtige Vergehen eingesührt wurde, setzte er für alle übrigen Überschreitungen eine Bestrafung fest; die Züchtigung mit Ruten. Man prügelt, ohne auf Alter und Geschlecht Rücksicht zu Nehmen. Zehn Rutenstreiche wurden einem 75jährigen Greise gegeben, weil er angeblich nicht genug sauber vor seinem Hause gekehrt hatte. Ebenso wurde eine Frau die Gattin des Simon Byx mit Nuten geschlagen, die unter den Rutenstreichen dreimal ohnmächtig zusammeugebrochen ist. Sie wurde zum Bewußtsein gebracht und weiter geschlagen. Für dasselbe Vergehen wurde der Greis David Klügmarm geschlagen, und als sich dessen Tochter Ljuöa Schargerodskaja für ihren Vater eingesetzt batte, ließ der Kommandant auch sie in unverschämter Weise durchprügeln. Für eben dasselbe Vergehen erhielt die siebzehnjährige Rachel Reinbaum zehn Rutenstreiche. Chaim Schichtmarm wurde dafür gezüchtigt, weil vor der Synagoge, an der er zufällig vorbeigegangen war, Kehricht vorgefunden wurde. Aron Weitsmann wurde mir zwanzig Rutenstreichen bestraft und ist gegenwärtig gefährlich krank. Der an-? gesehene Bürger Weinschänker wurde mit Ruten geprügelt, weil er einen Vorübergehenden Offizier nicht bemerkt hat. Der Einwohner aus Bryezany, Jos. Pesis, grüßte die Kommandantenkappe nicht. Er wurde zur Richtstätte geführt und rettete sich nur durch Bestechung der Soldaten. — Am 13. März wurde vom Kommandanten ein Fest zur Bereinigung Bsßarabiens mit Rumänien angekündigt. Er ließ die Einwohner auf einem Platze tanzen. Auf Befehl des Kommandanten erschienen die Vertreter der jüdischen Bevölkerung mit einer Begrüß ungstorte. Sie wurden mit Peitschen durchgeprügelt, hierauf wurden drei Männer vorgeführt und gezwungen, Wein zu trinken und vor den Offizieren zu tanzen, worauf ihnen die Barte gezupft wurden. Unter den Repräsentanten befand sich auch der angesehene Bürger der Stadt, Abraham Mühlgram. — Der Kommandant verbot das Erscheinen auf der Straße nach 9 Uhr abends. Die tatsächliche oder angebliche Ueberschreitung dieser Ordnung wurde mit Ruten geahndet. Unter anderen wurden für dieses Vorgehen gezüchtigt Michael Riemer, Diamand und andere. Der besagte Riemer stand auf dem Balkon des eigenen Hauses. Am 17. März ließ der Kommandant zwei junge Leute. Saul Rosenberg und Chame Walter, zu sich kommen und' gab ihnen unter Androhung der Rutenstreiche den Befehl, am Abend desselben Tages eine Vorstellung zu veranstalten/ Am 21. Marz erfuhr man, es sei angeblich in das Städtchen ein neuer Kommandant gekommen, der Beschwerden der Einwohner entgegennehme. Es sammelte sich eine Menschenmenge an, aber die Hoffnungen der Bevölkerung erwiesen sich als trügerisch. Der Kommandant ließ die Menge von den Soldaten mit Peitschenhieben auseinanderjagen. Die Bevölkerung glaubte aber an das Eintreffen des neuen Kommandanten und ging nicht auseinander. Da wurden elf Männer festgsnOMmen, drei von ihnen, unter denen sich Berko GrulLwicz-Rabinowicz befand, wurden erschossen, das Schicksal der übrigen ist noch nicht aufgeklärt. Vorläufig sind sie mit Ruten gezüchtigt worden. Von diesen find uns drei bekannt: Manie Lokhaus, Josef Fischmann und Salomon Leivitz. Der Korrespondent schreibt zum Schluß: „Eine Deputation, drs sich beschwerte, ist zur Hälfte erschossen worden. Jedrntzi liegt im Chotiner Kreise, knapp an der österreichischen Einflußsphäre, da wird noch Rücksicht geübt. Weit ärger ist es im Innern des Landes, am ärgsten ergeht es den Juden. Kein Wunder, daß die große Mehrheit der Bevölkerung den Anschluß an Rußland wünscht, wie denn auch in der Ukraine die Strömung wächst, in ein Bundesverhälrms mir Rußland zu tretend

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