Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1918)
- Article
- Frau Bertha Manheimer [Nachricht]
- Date
- 1918-05-01
- Page
- 225 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Vermischtes 225 Höchste; in dem Gedanken cm sie und den Plänen für die Gründung eines Säuglingsheims hat ihn der Tod abberufem Die ganze Menschheit umfing sein Herz. Bei seinen Lebzeiten hat er über 40 größere Stiftungen der verschiedensten Art gemacht, in seinem Testament eine Familienstiftung errichtet und noch über ein halbes Hundert Vermächtnisse und Renten der mannigfachsten Art ausgesetzt." — Frau Mancheimer war die getreue Mitarbeiterin am Lebenswerke ihres Gatten und gleich ihm unermüdlich in Liebesarbeit tätig gewesen. Ein Judenpogrom in Krakau. Am 16. und 17. April haben ttt Krakau große polnische Ausschreitungen gegen die Juden stattgefunden. Die Exzedenten, die zum größten Teil aus Legionären, Studenten, - 'Eisenbahnern bestanden, überfielen, wie wir einem Bericht der „Neuen Freien Presse" vom 23. April entnehmen, die Straßenbahnen, zogen die Juden hraus und schlugen auf sie ein. Jüdische Läden wurden geplündert und Zahlreiche Personen verwundet. Die jüdischen Geschäfte wurden sofort gesperrt, jedoch vom Pöbel aufgebrochen, während die offenen .christlichen Geschäfte vollkommen unbehelligt blieben; schon aus diesem Umstand erhellt, daß es sich keineswegs um Hungerexzesse, sondern um einen regelrechten Pogrom nach russischem Muster handelte. Der Jude Petachja Meller aus Stryj wurde erschlagen. Am folgenden Tage wurde eine Protestversammlung abgehalten, in der .die. Juden cmfgefordert wurden, angesichts der Passivität der Polizei einen Selb st - s chutz zu organisieren. Dieser Selbstschutz, in Verbindung - mit der . Hilfe des militärischen Kommandos, machte dem Pogrom ein Ende. Eine Abordnung, in der Juden wie Christen vertreten waren, überreichte dem Ministerpräsidenten Dr. Ritter von Seidler einen Bericht über die Vorfälle und verlangte, mit Rücksicht auf die Unzulänglichkeit der Polizeilichen Hilfe, umfassende Schutzmaßnahmen. Der Ministerpräsident versprach, das Notwendige zu veranlassen, um derartigen Ausschreitungen in Zukunft vorzubeugen. . Aus Wien (8. Mai) wurde drahtlich berichtet: Die „Polnischen Nachrichten" .melden: In der. heutigen Sitzung des Polenklubs wurde 'zu den Krakauer Ausschreitungen ein Antrag Groß angenommen, daß der Polenklub mit Bedauern feststellt, daß die Krakauer Polizei durch ihre Passivität und Unfähigkeit es dazu brachte, daß die antisemitischen Unruhen, welche zu Beginn von einer kleinen Schar halbwüchsigen Jungen gemacht wurden, bedrohlichere Formen annahmen, so daß Militär einfchreiten mußte. Der Polenklub fordert Bevölkerung und Presse auf, alles auszubieten, damit sich derartige Falle künftig nicht wiederholen. Rumänische Gewalttaten asaen die betzarabischen Inden. Das „Jüdische Preßbureau" in Stockholm verbreitet einen Bericht, den der Czernowitzer Korrespondent der „Wiener Arbeiterzeitung" über das Vorgehen der Rumänen gegenüber der Bevölkerung Beßarabiens, namentlich gegenüber den Juden, erstattet hat. Danach wurde in der Stadt Jedintzi folgender Befehl bekanntgemacht: „Rumänische Offiziere müssen von der Bevölkerung der Stadt Jedintzi in nachstehender Weise gegrüßt werden: 1. Jeder Grüßende muß auf der Stelle stehenbleiben, das Gesicht dem Vorgesetzten zugewsndet, und muß rasch und kavaliermäßig mit lächelndem Antlitz die Mütze bis zur Erde abnehmen. 2. Um die Bevölkerung darüber zu belehren und zum Zwecks der genauen Befolgung dieses Befehls wxtb zu verschiedenen Tageszeiten meine Kommandantenkappe auf einem Stock durch die Straßen der Stadt herumgetragen und alle werden hiermit verpflichtet, derselben die Ehre zu bezeigen." Die Nichtöefolgung oieses wahnwitzigen Befehls wurde grausam bestraft.