Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1918)
- Article
- Die Frage der Vertretung des Judentums
- Date
- 1918-05-01
- Page
- 221 (sequence 2)
- Language
- German
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Vermischtes 221 ist. Damit würde auch dem Widerspruch der Freien Vereinigung Rechnung getragen werden. Auch der Hinweis unserer Gegner auf ALLkatholiken, wie auf AltluLheraner und andere Sekten kann nicht als Hindernis angesehen werden, uns das PräsentationsrechL ZU gewähren; denn die Juden sind keine christliche Sekte, sondern eine selbstständige Religionsgemeinschaft. Wir können uns mit dieser Erledigung der Angelegenheit nicht zufrieden geben. Aber noch ist ja die endgültige Entscheidung nicht gefallen. Der Centralverein wird weiter für die berechtigten Wünsche der jüdischen Deutschen eintreten. Ein antisemitischer Ausfall in der Angelegenheit Betzr? Pinnow. In der Reichstagssitzung vom 16. April b. I. hat der konservative Abgeordnere Schiele bei der Besprechung des Falles Behr-Pinnow nach dem amtlichen stenographischen Bericht folgendes ausgeführt: „Es gibt doch noch andere Leute, die diese Geschäfte in Wirklichkeit gemacht haben. Hört! Hört! rechts.) Die Namen jener Herren sind Ihnen hier von dieser Stelle noch gar nicht genannt worden. (Hört! Hort! rechts.) Ich nehme sie mit zur Vervollständigung des Bildes, Herr Kollege Noske, das ist wohl sehr notwendig, wenn es auch manchem sehr peinlich sein mag. Ich will kurz die Namen nennen; sie heißen- Steinborn, Wiener, Kohn. (Heiterkeit und Zuruf.) Dieser Vehr schreibt sich mit „eh", Herr Kollege, ein Herr Blank war der Geschäftsführer. Meine Herren, es war notwendig, daß ich dieses Bild vervollständigte, damit Sie einmal einen Blick in die G. m. b. H. tun konnten " Diese Angaben des Abg. Schiele sollen den Eindruck erwecken, als ob in der Angelegenheit des Kammerherrn von Behr-Pinnow die Hauptschuldigen und Hauptbeteiligten Juden seien. Nach Herrn Schiele hat auch der christlich-soziale Abg. Mumm in derselben Sitzung in ähnlicher Weise gesprochen. Die Darstellung des Abg. Schiele ist aber unrichtig. Ein Mann namens Kohn ist, wie wir festgestellt haben, überhaupt nicht an den Geschäften des Herrn von Behr-Pinnow beteiligt gewesen. Der einzige Jude, der tatsächlich in Betracht kommt, ist ein Herr Wiener, der aber nicht in irgendeiner leitenden Stellung hierbei beteiligt, sondern lediglich Gesellschafter war. Steinborn ist der bekannte Wilmersdorfer Stadtrat, der infolge dieser Angelegenheit sein Amt als Stadtrat niedergelegt hat- Blank ist nicht mehr an den Geschäften beteiligt. Sein Nachfolger, dessen Name uns nicht bekannt ist, ist ein Reichsbankdirektor. Einen Strafantrag gegen die ..Deutsche Zeitrrrrg" und die Alldeutschen Blätter" hat der Reichskanzler Graf Hertling .gestellt. Beide Blätter haben es versucht, da ihnen trotz schärfster Bekämpfung des Staatssekretärs von Kühlmann seine Beseitigung nicht gelungen ist, ihn durch schmutzige Andeutungen aus dem Privatleben zu stürzen. Die anständige Presse hat gegen eine solche Verwilderung des politischen Kampfes Stellung genommen, erfreulicherweise auch rechtsgerichtete Blätter. Ferner hat bei einem Empfang der. Führer der Reichstagsfraktionen durch Herrn von Kühlmann der Vizepräsident des Reichstages, Geheimrat Paasche, dem Angegriffenen sein Bedauern über jene Kampfesweise ausge»