Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 4 (April 1918)
- Article
- Ueber jüdischen Humor
- Date
- 1918-04-01
- Page
- 179 (sequence 2)
- Language
- German
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ZeitungMrmnen 179 dient und häufig die einzige Waffe des Unterdrückten Larstelle. Aus diesem Grunde ist der jüdische Humor nicht so bekannt geworden wieder jüdische Witz. Auch zwischen Ironie und Satire sind Unterschiede zu machen; beide sind schar?, aber ln ihren Anwendungszwecken verschieden. Während die Ironie nur verletzen will, will die Satire bessern. Die Juden haben gerade auf dem. Gebiets der Satire viel geleistet, während die Ironie Lei ihnen weniger gepflegt wird. ZerLmrgsftlmrnerr. Für ein Z u s a rn m en a rö e i t e n der verschiedenen Richtungen im deutschen Judentum, insbesondere seiner Leiden tzauptparteien, des LiberalisNius und des Zionismus, tritt Nrrööiner Dr. Bruno Lange (Magdeburg) in der „Allgemeinen Zeitung des Judentums" (vom. 22. März 1918) mit mahnenden Worten ein. Er führt als einen der Gründe zur Einigkeit das drohende Anwachsen der aut!* semitischen Bewegung an und schreibt hierzu: „Wir Juden, dis wir bei einzelnen Schichten der Bevölkerung immer durch eins" besondere Beurteilung ausgezeichnet oder besser gezeichnet waren, dürften immer mehr die Gewißheit erlangen, daß fcharfspähends Augen uns bewachen. Es sind solche Augen, dis niemals auf Licht, immer auf Dunkelheit reagieren, sobald es sich um jüdische Angelegenheiten handelt. Diese Tatsache, so widernatürlich sie an sich auch ist, beeinflußt heute irr hohem Grade dis Gesinnung solcher Kreise, die von sich zu sehr eingenommen sind, um gegen andere Menschen unvoreingenommen sein Zu können. Wenn wir lauschend das Ohr an die Erde legen, hören wir Stampfen und Schnauben! Es gibt Gutgläubige in unseren Reihen, die da meinen, rs seien nur Nachwehen vergangener Zeiten. Aber scharfsehende Männer wiederum wollen annehmen, daß sich die Vorboten nahender Ereignisse ankündigen. Wenn diese nun recht behielten? Ist unsere Vergangenheit nicht Warnung genug, dieser Stimme gänzlich zu mißtrauen? Eines de? Ereignisse, das eine drohend-deutliche Sprache spricht, ist die Begründung einer „A r b e i t e r s ch u tz - Z e i t u n g", deren erste Nummer bei den Streikünsammlungen in Berlin auf dem Alexanderplatz zu Tausenden von Exemplaren an die Streikenden verteilt wurde, und nichts anderes als einen Judenpogrom zum Zwecks hatte. Woher stammt das Papier? Welche Zensur ließ diese Zeitung kritiklos passieren? Wo bleibt die Gerechtigkeit und Wahrheit, für deren Pflege eine vorurteilslose Regierung Sorge tragen müßte? Und dennoch: es soll uns hier nicht anstehen, der einen oder der anderen Auffassung nahezutreten. Wir wollen keine noch zu wenig begründete Unruhe schüren, über unfere Pflicht hinaus uns ereifern, und in einigen tief bedauerlichen Zwischenfällen den Schwerpunkt der geschichtlichen Ereignisse erblicken. Trotzdem feien wir gewarnt! Unterschätzen wir diesen Tatsachen gegenüber nicht die Frage nach der Einigkeit und Geschlossenheit des gesamten Judentums nach außen! In dem jüdischen Tageblatt „W i e n e r M o r g e n zeiLun g" vom l\ Januar hatte Dr. Nathan B irn ö a u in über die Palä stinafrage einen Artikel veröffentlicht, der jetzt in seiner eigenen 'deutschen UeZersetzung vorliegt. Wir entnehmen ihm folgende Ausführungen: