Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 4 (April 1918)
- Article
- Alldeutsche Polygamie
- Date
- 1918-04-01
- Page
- 178 (sequence 2)
- Language
- German
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178 Im deutschen Reich „Der gewaltige Krieg mit seinen ungeheuren Verlusten an edelstem RassebluL hat schon so manche Umwertungen herbeigeführt. Es könnte sehr wohl sein, daß auch unbefangen fühlende deutsche Frauen in der kommenden Not an deutschen Männern umlernen und sich mit irgendeiner der Zeit angemessenen Form der Mehrehe der Männer aus söhnen. Tatsächlich ist ja die Mehrehe das allersicherste Mittel Zur Behebung der hereingeörschenen Geöurtenuot." Auf diesen Kampf gegen die Sittlichkeit der deutschen Frau brauchen wir wohl nicht einzugehen; er richtet sich selbst. Wir möchten nur daraus Hinweisen, daß durch derartige Veröffentlichungen im Ausland die Anschauungen über die deutsche Moral eine Gestalt gewinnen, über die wir uns dann höchlichst verwundern oder entrüsten. Es hat aber alles seine Ursache. Vsn der „StMisöürger-ZeiLLSg". Die Genehmigung zur Nückwsndlung der antisemitischen „Staatsbürger-Zeitung" in eine Tageszeitung ist vom Oberkommando in den Marken aus grundsätzlichen Erwägungen abßSWiefen worden. — Am Beginn des'Krieges war das Erscheinen der „Staatsbürger-Zeitung" überhaupt verboten worden; später wurde das wöchentliche Erscheinen gestattet. Ueber das Krieasbuch nm§ dkutschen Studenten veröffentlicht der Münchener Schriftsteller Friedrich Freksa in der „Frankfurter Zeitung" (26. Februar 1913) ein längeres Feuilleton Es handelt sich um das Buch „Zwei Brüder. Feldpostbriefe und TagebuchölLtte? von Leutnant Heinz von Rhode nch eines Marburgsr SLnderrten, der im Kriege gef allen ist. ^Ssins Briefs Zeigen," so schreibt Freksa, „das Abbild des in sich geordneten, angehenden jungen Gelehrten. Gr hat die hochgezüchtete, sehr feine BufnahmefLhigkLiL und den geschloffenen Stolz, der me Marburgs? ^üilofophenfchule auZzeichrrst. . » HeinZ von RhodenZ etwas kühle uns sich selbst treubleibend- Art Vermittelt mit außerordentliche? GswiffenhafLigleit bk Eindrücke sineZ fsnstblsn, gsistiAen Menschen im Kriege, aus guter LüchLiger Rasse." — In diesem Zusammenhang ist folgLnde Feststellung Freksas besonders bemerkenswert: „Sehr charakteristisch für Heinz v. Rhoden ist das Verhältnis zu seinem Freunde Otto Salomon (Berndt), der wie so viele Juden eine intensive Ziehe?tum germanischen Wesen fiat. Der junge Philosoph hex Marburgs? Schule kämpft gegen die roiffenchaftlich undegründdars Form von Gobi neuus Rassentheorie. Diese Freundschaft zwischen den beiden jungen Männern ist ein geistiges Idyll im Kriege." * ______ Wissenschaft rrrrd KBrrst. Eine jüdische Sektion für jüdische VoLZskurrde hat sich, wie das Jüdische Pressebuieau in Stockholm berichtet, in der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde gebildet. Sie hat zum Zwecke die Erforschung der Sitten, Bräuche, Ueöerlieserungen, Volksmärchen und Lieder vorzüglich der Ostjud/nheit. Me Gesellschaft soll bereits ein ziemlich umfangreiches Material gesammelt haben, das in absehbarer Zeit zur Veröffentlichung gelangen wird. Ueöer jüdischen Humor sprach kürzlich Chefredakteur Br. Isidor Landau im Berliner Literatur-Verein. Er wies auf die psychologische Erfahrung hin, daß Humor und Witz oft gerade bei leidenden oder bedrückten Individuen und Völkern zu finden sind. So haben die Juden, die unter allen Völkern am meisten gelitten haben, den schlagfertigsten Witz aufzuweisen. Den Juden wird -der scheinbar berechtigte Vorwurf gemacht, daß sie wohl Witz, aber keinen Humor besitzen. Der Humor lebt jedoch in der Behaglichkeit des Hauses, während der Witz oft der Abwehr