Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 4 (April 1918)
- Article
- Jüdische Feldgraue für die Einigkeit der Juden
- Date
- 1918-04-01
- Page
- 174 (sequence 2)
- Language
- German
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- Minsk 1× ep/1000754
- Ukraine 1× ep/1001131
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Im deutschen Reich 1U im Inland Zu wahren, das Elend und die Not von Millionen gequälter Juden Zu lindern, ihre Rechte zu erwirken und die Zukunft von i'rber sechs Millionen Menschen in Rußland, in der Ukraine, Kurland, Litauen, Polen, Beßaraöien, Galizien, Rumänien, Saloniki, und auf dem Boden des uns allen heiligen Landes sicherzu stellen. Fern von dem Vereinsleöen der Unfern gilt unser Ruf den Zurückgebliebenen, appellieren wir an das jüdische Gemeinschaftsgefühl und Nächstenliebe, vertrauen wir, daß durch unsere Treue und Hingabe au? dem SchlLchtfelde die Größe und Bedeutung unseres alten Stammes und Namens gewahrt, 'gestärkt und vergrößert wurde, daß nicht eine ungeschickte Diplomatie und der Geist einseitiger Eigenörsdelei uns um alle Zukunftshoffnungerr bringenl Möge unser Appell in der Heimat ein starkes, einsichtiges und jüdisches Geschlecht finden!" Daß dieser Appell bei uns im CenLralverem einen lebhaften 52t * derhall findet, werden die Leser unserer Zeitschrift (vgl. den Artikel ^Di§ Einheitsfront" in unserer Februarnunrnler) sicb denken können. Die K.T»§§ im Felde. Nach den bis zum 15. Februar emaegangenen Meldungen stehen von den über 1100 Mitgliedern des K.C. unter Einrechnung der Gefallenen und infolge von Verwundung oder Erkrankung als dienstunbrauchöar Entlassenen 991 im Heeresdienst. Hiervon gehören bzw. gehörten dem Feldheere 8 25 an. Den Heldentod starben 77 K.C.er. Vermißt werden seit langer Zeit 6 K.C.er. In Kriegsgefangenschaft befinden sich 22 K.C.er. 18 K.C.er haben ihre Auszeichnung mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse, 466 mit dem Eisernen Kreuz 2. Klaffe, darunter drei am weiß-schwarzen Bande, einer mit bem Eisernen Halbmond, 178 sonstige Kriegsauszeichnungen gemeldet. 88 K.C.er wurden während des Krieges zu Offizieren des Beurlaubtenstandes befördert, 76 im preußischen, sächsischen und württembergischen, 12 im bayerischen Heere. Außerdem wurden zwei K.C.er im preußischen, einer xm sächsischen Heere zu Feldwebelleutnants befördert', 8 K.C.er gehörten bei Kriegsausbruch als Offiziere des Beurlauötenstandes dem bayerischen Heere an. Nicht eingerechnet in diese Beförderungen sind die Beförderungen zu Sanitäts- und Veterinäroffizieren. Die Flucht eines Berliner Juden aus Sibirien. In der ,,B. Z. am Mittag" wurde die von außerordentlicher Kühnheit- Koltölütiakeit und Besonnenheit zeugende Flucht eines Berliner Bizefeldweöels (Offiziersaspiranten) vom Garde-Infanterieregiment aus Sibirien berichtet. Die Sehnsucht nach der Heimat war das zwingende Motiv, das ihn zur Flucht aus dem Offizierslager, in das er Dezember 1917 endlich gekommen war, trieb. Fünf %aqt inb fünf Nächte der Eilenbühnrerss brachte er stehend zu; sr war Zeuge eines bolschewistischen Straßenkrawalls in Moskau mit lebhaftem Maschinengewehrfeuer, dessen Anlaß die Erhöhung des Brotpretses auf acht Rubel für das russische Pfund war. Er kam dann nach Minsk, wo er sich auf offenem Markt eine Soldatenuniform kaufte, und dann ging es mit Bahn und Schlitten zur Front. Nach zwei vergeblichen Versuchen kam er endlich, schon am Rande seiner Nervenkraft, in einen günstigen Frontabschnitt, wo er eine Tauschhandelsstelle fand. Er verstand es, sich einen Erlaubnisschein eines sibirischen Armeekorps „zu einlagigem Aufenthalt in den deutschen Gräben zwecks Briefübergabe" zu verschaffen, und so gelangte er endlich, nach kurzem Marsch über das Schnrefeld, an die deutsche Front und von da in die Heimat nach Berlin zurück. — Die ausführlichen Angaben des zitierten Blattes sind auch uns berichtet worden: wir können hinZufügen, daß es sich um den ViZefeldwebsl Richard Adler handelt. Die jüdischen Kameraden der . . . Armee hatten sich, wie uns von eiuern Teilnehmer geschrieben wird, m einem rumänischen Ort zur