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Im deutschen Reich · 1918-04-01 · Heft 4 (April 1918) · p. 173

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 4 (April 1918)
Article
Eine Antwort des Kriegsministeriums
Date
1918-04-01
Page
173 (sequence 2)
Language
German
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Vermischtes 1?3 Da diese Darstellung nicht nur volltornmen unrichtig ist, sondern auch geeignet ist, das kamevadschasrliche Zus anrm e n orfi eit er: der jüdischen und christlichen Soldaten Zu stören, hat sich der Centralverein an den preußischen Kriegsminister gewandt und darauf unter dem 11. März 1913 fulgen-derr Bescheid erhalten: „Ihre Beschwerde richtet sich gegen einen einzelnen Satz einer in: allgemeinen höchst fachlich gehaltenen Druckfchriftenfolge für den vaterländischen Unterricht. Bei der ausgezeichneten Tendenz dieser Bücher halte ich es für ausgeschlossen, daß in diesem Falls Staatsbürgerrechts deutscher Juden angezweifelt werden sollten. Ich muß vielmehr annehmen, Laß der Verfasser für seine Absicht, die Zusammensetzung des Deutschen Reiches nach Stammen zu erklären, einen ungeschickten und unßzuverstehenden Ausdruck gewählt hat. Tie Tatsache allein, daß diese Zusarn-- menstellung in jedem Nachschlagewerk zu finden ist, dürfte für die Harmlosigkeit der Fragestellung an intb für sich zeugen. Ich habe jedoch, um alle Mißverständnisse zu beseitigen, das OberkE'MLnds Eichhorn um Abhilfe ersucht. Der Krisgsmmister. . gez.: von Stein. Wir freuen uns über den letzten Satz des Bescheides. Im übrigen möchten wir bemerken, daß auch Andere die oben wiedergegebene Stelle der zum Dienstgebrauch bestimmten Schrift als nicht harmlos angesehen haben; antisemitische Blätter haben sie mit sichtbarer Genugtuung übgedruckt. Jüdische FeldME für die EmigffeiL der Jnderr. Eins Reihe jüdischer Feldgrauer hat an den Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, zu Händen des Herrn Gehetmrat D?» Fuchs, folgende Erklärung gesandt: „Die anläßlich eines Feldgotiesdiensies versammelten deutschen Juden, die wir seit über SVa Jahren treue Wa-cht in Ost und West gehalten, die wir auch ferner bereit sind, unser Leben für das Vaterland hinzugeben, erklären einmütig folgendes: In all den schweren Zeiten, die wir durchgemacht haben, glauben wir am Beispiele anderer Völker, Gemeinschaften und Verbände gelernt zu haben, daß nur die Einigkeit stark macht, daß der alte jüdische Satz ..alle Juden bürgen füreinander" im guten wie im schlechten Sinne diese Wahrheit irr sich schließt. Vereint in Gottesdiensten, in Stunden und Tagen der größten menschlichen Not, auf den ölutgedüngten Feldern der User und vor Verdun, in den Kalkbergen der Champagne und in den Wäldern der Argonnen, in den öden Synagogen Mitaus und Jenischkis und vieler andrer Judenzentreu der Randgebiete Rußlands, deren eigentliche Beter nach Sibirien verschleppt waren, in den Ghetti Rumäniens, dessen Juden von Entrechtung und Hunger, Vergewaltigungen, Mißhandlungen und Drangsalen den Kelch der Leiden bis zur Neige leeren mußten — erklären wir feierlichst und glauben im 8h:ne tausender Kameraden sprechen Zu dürfen, daß mix Me Tendenzen jeglicherjüdischer Separation im Augenblick geschlossenen Handelns als ein Verbrechen an unserem Volte bezeichnen. Wir hoffen und vertrauen darauf, daß dis Juden unseres Vaterlandes die Größe des Augenblicks verstehen, zusammenhulten, alle trennenden Momente zumackstellen, der Stimme des jüdischen Herzens folgend, das Verbindende unb Einigende ft ä r k § u! Seit Jahrhund eilen hat keine Zeit ein so großes Geschlecht gef ordert, um die Stellung unserer Gemeinschaft

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