Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 4 (April 1918)
- Article
- Rassengedanke und auswärtige Politik
- Date
- 1918-04-01
- Page
- 162 (sequence 2)
- Language
- German
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Im Latschen Reich besonders bei uns Deutschen. RassengesundheiL im Innern und Rassenerstarkung nach außen. Rassenerstarkung ist Ausdehnung über Freil-and Zu neuem Wachstum." Sv schreibt Claus Wagner in seinem Buche „Krieg" (1906), und an anderer Stelle daselbst: „Die Besiedelung der Erde durch die vollkommenste Rassengruppe ist die Weisheit des Krieges." „Die Germanen im engeren deutschen Sinne des Wortes sind die Gestalter der ganzen heutigen Welt, insofern sie überhaupt Gestalt hat", verkündet Chamberlaiu (Deutsche Weltanschauung" in „Deutschlands Erneuerung" 1907, S. 22). Dieses oft und laut in die Welt hinausposaunte Rasienevangelium ist es, das unsere Stellung im heutigen Europa so eigenartig gemacht hat, das uns überall Mißtrauen und Abneigung einträgt. Eine ganze Literatur Zur Abwehr unseres angeblichen Rassenwahnsinns ist bereits entstanden, denn unsere Gegner greifen nur zu. gern die ihnen von den Alldeutschen in die Hand gespielte Waffe auf und machen sich deren Behauptung Zu eigen, daß sie — die Alldeutschem-— für bi-e Allgemeinheit des deutschen Volkes sprechen. Aus - dieser großen Abwehrliteratur möchten wir nachstehende Worte von G. A. B o r g e f e herausgreifen, weil in ihnen klar und anschaulich zum Ausdruck kommt, wie sehr das Pochen auf „anthropologische" Reberlegenhert die übrraen Völker vor den Kovf stößt. („Italia e Germania", 1915, S. 24), „Aber in einem gewissen Augenblick hat sich der Humanismus Der Deutschen Verunreinigt durch den unverschämtesten und plattesten Chauvinismus, den anthropologischen und materialistischen Chauvinismus de? Rasse. Doch ist es nicht ihr Grundgedanke, den man nodj hinnehmen könnte. Ader die Lehre von der Bevorzugung des deutschen Blutes, das ist es, was unerträglich reizt und verstimmt. Mir erscheint cZ jedenfalls unerträglich, daß jemand., der sich überlegen dünkt wegen feines Blutes, seiner "Natur, kurz aus physiologischen Ursachen einen anderem, den er aus denselben physiologischLN Ursachen für -minderwertig hält, quälen darf unter dem Vorwände" ihn sich ebenbürtig zu machen. Wenn wir nun doch schon einer naturbedingt niedrigen Rasse angehören, wie kommt es dann den Deutschen in den Sinn, uns erziehen zu wollen? Wird der Bär, der nach einem Leharschen Walzer tanzt, dadurch österreichischer Staatsangehöriger? Der angesehenste Verkünder der alldeutschen Theorie ist der geniale und geistreiche Taschenspieler Houston Stewart 'Chamberlain. Nach ihm ist der ideale Germans groß, blond, blauäugig, langschädlig Es gibt aber auch Fälle, wo er klein, schwarzhaarig, mit braunen Augen und rundem Kopf umhsrgeht.. Aber seine Seele ist immer. unverkennbar. Die Hauptmerkmale des Germanen sind seine Freiheit und seine Treue. Und die anderen Menschen, die Nichtgermaneu? Die sind die geborenen Sklaven und Verräter." Biel bittere Wahrheit liegt dieser Betrachtung zugrunde.,.. Die Uebertveibungeu des alldeutschen Rassegedankens haben öetn Einfluß des Deutschtums in der Welt einen schweren, nur in langer Frist wieder auszutilgenden Schaden getan. Steht diesem Nachteil ein Gewinn m der inneren Politik gegenüber? Wir haben bisher nur eine das öffentliche Laben vergiftende Verhetzung und eine sehr unchristliche, sehr oberflächliche Erziehung zum R affe n h a tz bemerkt. —"