Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 3 (März 1918)
- Article
- Die Juden im thüringisch-sächsischen Gebiet während des Mittelalters [Rezension]
- Date
- 1918-03-01
- Page
- 140 (sequence 1)
- Language
- German
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140 Im deutschen Reich Die Juden im thüringisch-sächsischen Gebiet während des Mittelalters. (Teil I: Von den ältesten Zeiten bis zum schwarzen Tod [1348].) Von Br. Siegbert Neufeld, Rabbiner inBriesen (Westpr.).Berlin 1917, im Verlage von M. Poppelauer. (84 Seiten.) 2,80 M. Neu selb hat seiner Geschichte der Juden in Halle innerhalb kurzer Zeit das erste Heft der „Geschichte der Juden im thüringisch-sächsischen Gebiet während des Mittelalters" folgen lassen. In ihm behandelt er die Zeit von der Niederlassung der Juden in diesem Gebiet ab bis zum schwarzen Tod. . Er hat sich mit großem Fleiß der mühevollen Arbeit unterzogen, die sehr verstreuten hebräischen und externen Quellen zu sammeln, und unter Verwertung des Materials in den vorhandenen historischen Darstellungen für seine Arbeit zu benutzen. Einer kurzen Einleitung folgt zunächst eine eingehende Darstellung der topographischen VerhÄLnisse. Sie erleichtert wesentlich das Verständnis der folgenden beiden Abschnitte, von denen der eine die Zeit bis zum Interregnum, der andere die Zeit bis zum „Schwarzen Tod" behandelt. Die geschichtliche Darstellung hätte allerdings an Übersichtlichkeit gewonnen, wäre die Zeit der Kreuzzüge in einem besonderen Abschnitt behandelt worden. Der Verfasser hat indes diese Epoche, deren Charakteristikum die Judenverfolgungen bilden, durch ihre Behandlung in jedem der beiden Abschnitte künstlich gespalten. Dieser Mangel tut dem Wert der Arbeit aber keinen Eintrag. Möge sie die wissenschaftliche Erforschung der Geschichte der Juden auch in anderen Gebietsteilen des deutschen Reichs zur Folge haben! Referendar W o l f s o h n. Briefkasten. .An unsere Leser. Das Feöruarheft, von der Redaktion rechtzeitig fertiggestellt, konnte trotz mehrfacher Bemühungen erst Anfang März versandt werden; auch frühere Hefte find unregelmäßig erschienen. Wir haben nun den Drucker gewechselt und hoffen, daß es uns von jetzt an, trotz den mit dem Krieg zusammenhängenden technischen Schwierigkeiten, möglich sein wird, die Zeitschrift regelmäßig in die Hände unserer Leser gelangen zu lassen. Nach Vereinbarung mit der neuen Druckerei werden vom April ab die Hefte zwischen dem 20. und 25. jedes Monats erscheinen. Die im vorigen Heft angekündigten Beilagen: 1. Liste der bisher eingelaufenen Spenden zum Jubilaurnsfonds, 2. die bei der Trauerseier für Maximilian Horwitz gehaltenen Reden mußten wegen der Schwierigkeit der Papieröeschaffung Zurückbleiben. Sie liegen diesem Heft bei. B. S. m Berlin. Mit dem Leitartikel der „Germania" in der Morgennummer dom 24. Februar wissen wir nichts Rechtes anzufangen. Er will anscheinend nicht antisemitisch sein, und will anscheinend nur die Interessen der katholischen Kirche in Rußland wahren. Wir sagen mit Absicht beide Male „anscheinend"; denn die. Ausführungen find sehr unklar, entbehren der Logik, der Sachkenntnis im einzelnen und auch der Wahrheit. Ein anderer Artikel des Zentrumsölattes (Morgennummer vom 6. März) enthält in der Tat eine antisemitische Stelle. General Kolbe schreibt vom militärischen Standpunkt aus sachlich über den Friedensschluß mit Rußland, hält es aber für angebracht, mitten in diesen Ausführungen von den Vertretern Rußlands, Trotzki-Braunstein, Radek-- Sobelsohn „und wie die Genossen alle heißen mögen, die in echt jüdi-