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Im deutschen Reich · 1918-03-01 · Heft 3 (März 1918) · p. 130

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 3 (März 1918)
Article
Von der Vereinigung jüdischer Organisationen Deutschlands zur Wahrung der Rechte der Juden des Ostens
Date
1918-03-01
Page
130 (sequence 2)
Language
German
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130 Im deutschen Reich mitee für den Osten; Verband der Deutschen Juden; Vereinigung für das liberale Judentum in Deutschland; Zionistische Vereinigung für Deutschland. Zum Vorsitzenden wurde gewählt: Or. James Simon; zu stellvertretenden Vorsitzenden: Geh. JustizraL Oscar Cassel, M. d. A. und Pros. Or. Franz Oppenheimer; zum Schatzmeister: Direktor Paul Mankiewitz; zu ehrenamtlichen Geschäftsführern: Or. Arthur tz a n L k e und Or. Paul Nathan; zu ehrenamtlichen Sekretären: Or. Bernhard Kahn und Richard Lichtheim. — Das Bureau befindet sich Potsdamer Straße 41 a, II Treppen. Mit den Organisationen, die bisher noch nicht formell angegliedert sind, sind Verhandlungen über einen Zusammenschluß mit guten Aussichten auf Erfolg im Gange. Die Beratungen, in welcher Weise die neue Vereinigung mit dem eben gebildeten „Vollzugsausschuß der jüdisch-orthodoxen Organisationen der Mittelmächte" Zusammenarbeiten kann, sind noch nicht abgeschlossen. Die Richtlinien für die Behandlung der Judenfrag? im Osten und im ottomanischen Reiche, auf Grund deren der Zusammenschluß erfolgt ist, lauten folgendermaßen: 1. Rechtliche und tatsächliche Gleichberechtigung mit allen Rechten und Pflichten als Staatsbürger. — 2. Freiheit der Religionsübung. — 3. Recht auf Pflege selbständiger jüdischer Kultur. — 4. Recht auf freie Einwanderung und wirtschaftliche Betätigung in allen Teilen des osmanischen Reiches. — 5. Recht auf freie Niederlassung und Pflege selbständiger jüdischer Kultur in Palästina. „Volles Verständnis." Unter der Spitzmarke „Namensänderung" bringen die Deutsch-Völkischen Blatter vom 4. Hartung (lies Januar) 1918 folgendes Selbstbekenntnis: „Namensänderung. Wir erhielten die nachstehende Zuschrift: In Folge 49 dieser Blätter stand eine Nachricht über den Leutnant Franz Heiling, früher Salomon. Dieser ist kein Jude, sondern gut deutscher Abkunft und Gesinnung. Ich kenne ihn gut. Wir sind beide eifrige Wandervogelführer. Im Felde, am 14. Dez. 1917. Otger Gr äff, Lt. d. R. Wir haben natürlich volles Verständnis dafür, wenn ein Deutscher auch einen deutschen Namen tragen möchte, und können das Vorgehen des Herrn Leutnant Heiling nur begrüßen." - Wofür die Deutsch-Völkischen Blätter volles Verständnis haben, nennen wir jüdische Deutsche Pietätlosigkeit oder zu deutsch: Treulosigkeit. Für uns gilt der Grundsatz, daß wahrer Seelenadel der Väter gern gedenkt, und daß man Familiennamen, Vaterland und Glaubensgemeinschaft nicht wie „schleißige, schmierige Hausjacken" (s. Dt.-Völk. Blatter v. 4. Jan. 1918, S. 3) wechselt. Für den Stolz des römischen Satzes: Status xerinutatio est oaxütis deminutio, zu deutsch: Zustandsänderung ist Ehrenminderung, scheinen die „Deutsch-Völkischen Blatter" noch nicht das volle Verständnis zu haben. E. F. Die alldeutsche Presse und die deutschen Nerven. Ein Blick in die Spalten der alldeutschen Blätter zeigt, daß sie die Nervenprobe, die alle Kriegführenden durchzumachen haben, nicht bestehen. Hierfür meldet sich auch ein konservativer einwandfreier Zeuge. Im antisemitischen „Reichsboten" hatte Sanitätsrat Or. Wents einen Artikel veröffentlicht, der Nachweisen will, daß die jüdische Presse zerrüttend, die nichtjüdische dagegen stärkend auf unser Nervensystem wirke. Hierzu schreibt ein Mitarbeiter der „Süddeutschen Konservativen Korrespondenz" in der Nummer vom 1. März: „Hier schimmert die moderne Auffassung durch, daß es bei uns nur noch eine alldeutsche und eine alljüdische Presse gebe, die mir letzthin

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