Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 3 (März 1918)
- Article
- In Görlitz [Nachricht]
- Date
- 1918-03-01
- Page
- 129 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Vermischtes —129 In Görlitz ist vor kurzem Frau Kommerzienrat Hey mann gestorben, die gleich ihrem vor mehreren Jahren Heimgegangenen Gatten für die Ziele des Centralvereins reges Interesse gezeigt hat. Die Entschlafene, die ein Alter von 70 Jahren erreicht hat, war eine Frau von edelster Gesinnung, eine stille, unermüdliche Wohltäterin der Armen. Sie hatte bereits seit vielen Jahren im Mittelpunkt der Wohltätigkeitsbestrebungen der Stadt Görlitz gestanden; bei Beginn des Krieges erweiterte sie noch ihr großes Arbeitsfeld und widmete sich vornehmlich der Speisung der Kriegskinder. Noch in jüngster Zeit hatte sie' der Stadt einen ansehnlichen Betrag für den Bau des Waisen- und Kinderheims zur Verfügung gestellt. LandraLLmer Dr. Gronemann in Hannover ist am 6. März gestorben. „Mit ihm ist, wie der „Hannoversche Kurier" schreibt, eine in Hannover sehr bekannte und allseitig geachtete Persönlichkeit dahingegangen, die 34 Jahre lang in ihrem Amte gewirkt hat. Die israelitischen Gemeinden verlieren in ihm den religiösen Führer, der für das Amt durch ein reiches Wissen hervorragend begabt war und dem eine edle Gesinnung allzeit die Grundlage seines.Tuns gewesen ist. Nicht nur die israelitische Gemeinde, auch die übrigen Religionsgemeinschaften stehen trauernd an der Bahre eines hervorragenden Mannes, dessen friedliches Wirken über das Grab hinaus Ehre und Anerkennung verdient." Landrabbiner Dr. Gronemann war seit 1903 Mitglied des Centralvereins. Spendenliste. Postscheck-Konto der Dresdner Bank Nr. 25 045. Eigenes Postscheck- Konto Nr. 30 472. '' Eingegangene Spenden im Januar 1918: Hugo Kantorowicz, Posen, Hohenzollernstr. 29, anläßlich des .. HLnscheidens seines Vetters, Maximilian Horwitz .... 50,— M. Vermischtes. Grätz, het Revolutionär. Durch die alldeutsche Presse geht Immer wieder ein gefährliches Märchen. Nach ihm soll der jüdische Historiker Heinrich Gratz in seinen Werken gesagt' haben: „D i e Revolution ist der Stern Juda s". Natürlich ist daran kein wahres Wort. Bereits im Jahre 1912 hat Professor Dr. Braun auf Seite 640 der „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums" erklärt, daß dieser Ausspruch eine glatte Erfindung darstellt. Er hat die Verbreiter der Verleumdung aufgeffordert, den Fundort nach Band und Seitenzahl anzugeben. Natürlich hat keiner es vermocht. Das hindert aber nicht, daß in Ler alldeutschen und antisemitischen Presse der erfundene Spruch weiter zitiert wird. Von der Vereinigung jüdischer Organisationen Deutschlands zur Wahrung der Rechte der Juden des Ostens (V. I. O. D.), über die Geheimrat Eugen Fuchs in der Februarnummer Näheres mitge- Leilt hat, wird eine offizielle Mitteilung verbreitet, der wir noch folgende Angaben entnehmen. In der V. I. O. D. sind bisher vertreten: Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens; Deutsche Vereinigung für die Jnteresien der osteuropäischen ' Juden; Deutsch-Israelitischer -G-meindebund; Großloge für Deutschland; Hilfskomitee für die notleidenden osteuropäischen Juden,-Frankfurt a. M.; Hilfsverein der Deutschen Juden; Ko-