Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 3 (März 1918)
- Article
- Festversammlungen im Reich
- Date
- 1918-03-01
- Page
- 126 (sequence 1)
- Language
- German
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1S6 Im deutscher! Reich Feftversammlunge« im Reich. In Leipzig fand am 20. Februar im Kammermusiksaa! des Centraltheaters eine Jubiläumsversammlung statt, die außerordentlich gut besucht war. Nachdem Justizrat Dr. Wachtel die Versammlung begrüßt hatte, hielt Justizrat Dr. Brodnitz aus Berlin den Festvortrag über das Thema: „25 Jahre Centralverein, ein Rückblick und Ausblick". . Er beleuchtete, der Bedeutung des Abends entsprechend, die umfangreiche äußere und innere Tätigkeit des Vereins während des ersten Vierteljahrhunderts seines Bestehens. In einer Schlußansprache wies Rabbiner ^Dr. Goldmann auf die Zukunftsausgaben des Centralvereins hin. Der äußere Erfolg des Abends war sehr erfreulich, 40 neue Mitglieder erklärten ihren Beitritt. In Rbeinland-Westfalen hatten die Ortsgruppen Barmen, Aachen, Bonn und Essen in den Tagen des ablaufenden Februar Jubiläumsversammlungen veranstaltet, in denen der stellv. Syndikus, Rechtsanwalt Erich B o e h m - Berlin, den Hauptvortrag hielt. UeberaÜ waren die Versammlungen sehr gut besucht. In Aachen, wo auch Herr Justizrat Franken sprach, war der Saal überfüllt. Dem Centralverein wurde eine Reihe neuer Freunde und Mitglieder gewonnen. — In Bonn sprach auch der den Zionisten nahestehende Rabbiner Dr. Cohn, der gleich dem Vortragenden darauf hinwies, daß die deutschen Juden gemeinschaftliche Arbeit leisten müßten. In Essen sprach auch Rabbiner Dr. Neumark- Duisburg. In Köln hat bereits am 2. Februar im vollbesetzten großen Saal der Lesegesellschaft eine Festversammlung stattgefunden unter Leitung des Vorsitzenden der Ortsgruppe, Herrn Feilchenfeld. Nach einer wirkungsvollen Ansprache des Rechtsanwalts Dr. Frank hielt der Hauptredner des Abends, LandtagsabgeordneterJustizrat Dr. Cohn-Dessau, einen Vortrag über die „Zukunftsarbeit des deutschen Judentums". Das deutsche Judentum habe auf allen Gebieten seine vaterländische Schuldigkeit getan, trotzdem mache sich wieder der Antisemitismus sehr breit. Der Centralverein übe nicht nur Aöwehrtätigkeit, sondern auch positiv aufbauende Tätigkeit aus. Der Redner wendete sich gegen die Zersplitterung innerhalb des deutschen Judentums. Er erörterte auch eingehend die Tauffrage und die Berufssrage, wobei er insbesondere die Wahl mittlerer und unterer Berufe in Stadt und Land empfahl. Rabbiner Dr. R o s e n t h a l in Köln richtete einen warmen Appell zum Beitritt in den Centralverein und konnte mit Genugtuung feststellen, daß in Köln die Konfessionen versöhnlich nebeneinander leben. Die Ortsgruppe Düsseldorf hielt am 10. Februar der Aula der Luisenschule eine Festfeier ab, die durch die Wiedergabe einer Beethovensonate für Violine und Klavier eingeleitet wurde; dann trug das Mitglied des dortigen Schauspielhauses, Herr Durra, einen von Herrn Josef Cohen verfaßten markigen Prolog vor, der lebhaften Beifall fand. Nach einer Begrüßungsansprache des Amtsgerichtsrats Herz hielt Rechtsanwalt Justizrat Sonnenfeld -Berlin die Festrede, in der er einen Rückblick auf die Tätigkeit des Centralvereins von der Gründung bis zum Jubiläumstage warf. Die tatkräftige Arbeit des Centralvereins sei auch heute noch durchaus erforderlich, zu seinen alten Aufgaben seien neue, wichtige hinzugekommen, insbesondere auch solche sozialer Natur, wie die Berufsberatung, die Förderung der Jugendvereinsbewegung, die Bekämpfung des Rückgangs der Eheschließungen und Geburten. Nach dem mit begeistertem Beifall aufgenommenen Vortrag folgten noch einige Gedicht- und Liedervorträge. In der Festversammlung in Liegnitz sprach Justistzrat Breslauer aus Breslau, der einen Rückblick aus die Entwicklung des Centralverems gab. Dann hielt Rechtsanwalt Erich B o e h m - Berlin den