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Im deutschen Reich · 1918-02-01 · Heft 2 (Februar 1918) · p. 90

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 2 (Februar 1918)
Article
Dr. Markus Landau [Nachricht]
Date
1918-02-01
Page
90 (sequence 2)
Language
German
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90 Im Deutscher Reich.- her in. iL in er Jugend mancherlei Entbehrungen zu ertragen und sich zuerst dem Kaufmannsstand e gewidmet haLLe, hat sich aus eigener Kraft zu seiner wissenschaftlichen Bedeutung mpop* gearö eitet. s£ Vücherschau. Was elnlgi öle Konfefftonen? Vortrage von Walther NiLha'cks Stahn, Pfarrer an der Kaiser Wilhelm-GedächLniskirch-e in Berlin, und Professor Or. Hermann Cohen, Geh. Regierungsrat in Berlin. Berlin, 1917. Hutten-Verlag. 36 Seiten. Das Büchlein vereint die am 9. Juni 1917 in der Freien Wissenschaftlichen Vereinigung an der Universität Berlin gehaltenen Vorträge dieser beiden Männer, von denen jeder auf seine eigene Weise Las Problem der Fragestellung zu ergründen versucht. Nithack-Stahns Art erinnert an schlichte, eindringliche Predigtweise; nach ihm ist Konfession der rein persönliche Ausdruck innerer Erlebnisse, auf den die Welt keinen rechtlichen Anspruch hat, den ein Mensch ihr als freies Geschenk bietet, wenn er einer inneren Nötigung folgt (wie es Augustinus, Rousseau und Goethe getan haben). Erst mit dem Augenblick, da Konfessionen in der Geschichte zu Massenerscheinungen werden, ihren persönlichen Charakter verlieren, werden sie als Sammelbekenntnisse Ursache des Streites, eines Streites, an dem die Deutschen mehr als irgend ein anderes Volk kranken. Bei der in Deutschland leider so engen Verflochtenheit des Staates mit der Religion („Thron und Altar") ist somit die Frage nicht nur eine rein religiöse oder kirchliche, sondern mit in erster Linie eine nationale. Nithack-Stahn betont Mit Recht, daß er eine Vermischung der konfessionellen Amterschiede nicht |ur die Lösung des Problems hält, sondern daß nur eine Vertiefung zum Ziele führen kann, die eine gegenseitige Anerkennung des menschlich und göttlich Gemeinsamen aller Religionen bringt. Wünschenswert ist nach ihm das.JusawNnengehen .der Verschiedengläubigen auf den Lebensgebieten, die gegen das Bekenntnis indifferent sind (so auf dem Gebiete des Staatslebens). Der Staat fördert am besten die Religionen, indem er ihnen die nötige Freiheit gibt; was chn indessen allein an den Konfessionen interessieren kann, ist die Ethik, die sie predigen. Gerade der ethische Gedanke, das sittliche Gründeebot der Humanität ist das, was die Bekenntnisse einigt. So nähert sich der Verfasser Lßssings Anschauung, der in seinem „Nathan" voraussetzt, daß alle bewußten Bekenner einer Weltreligion, heiße sie, wie sie wolle, „der un- .belto ebenen. von Vorurteilen freien Liebe nacheifern"- müssen, und daß in diesem ethischen Wettkampfe der Streit um vre metaphysische Wahrheit zum Schweigen kommen könne, zumal das Endziel aller Religionen das gleiche sei: „Menschheitsvollendungch Der Nachkantianer Cohen schürft wesentlich tiefer, indem er gegen den wirtschaftlichen Materialismus, der seinen letzten Grund rn dem geistigen FndifferenLismus, in dem Abfall von den Abtrieben des deutschen Wesens /hat, zu Felde zieht. In der Einheit der geistig-sittlichen Kultur sieht er den Punkt, der über dem der Religion hinausliegt. Die Hemmnisse, die sich innerhalb- Staat uii!> Gesellschaft der religiösen Freiheit entgegenstellen (z. B. Bevorzugung der Konvertiten, Mission, AniversitäL), können nur behoben werden durch wahre Bildung. Die GroßmachLstellung der

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