Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1918)
- Article
- Eine antizionistische Liga
- Date
- 1918-02-01
- Page
- 89 (sequence 2)
- Language
- German
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- Tunis 2× ep/1048155
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Wlsseüschask M MM 89 2. Allen Versuchen entgegenzutreten, eine besondere politische jüdische Nationalität zu schaffen. 3. Den Juden, 'die Palästina zu ihrer Heimat machen Wolkendie Ansiedlung in Palästina zu erreicht ern,- „In Her Zelt öes Burgfriedens*" Unter dieser Spitzmarke veröffentlicht das „Leipziger Tageblatt" folgendes Schreiben eines Leipziger T-a nzlehr--In st i Lutes: Sehr geeehrter Herr! Zu meinem Bedauern mutz ich von Ihrer Anmeldung Abstand nehmen, da die Teilnehmer gegen die Aufnahme weiterer Israeliten sind. Hochachtungsvoll (folgt Name). — And das, so bemerk das Blatt hierzu, in der Zeit, wo auch die deutschen Israeliten mit im Felde stehen! Die „Dresdner VolkszeiLung" fügt noch folgende Bemerkung hinzu: Die Entrüstung des genannten Blattes ist gewiß berechtigt; es hatte aber auch nichts geschadet, wenn man das betreffende Institut und seinen Inhaber mit Mauren genannt und so an den Pranger gestellt hätte.- Pogrome in Tunis. Die in Konstantinopel erscheinende Zeitung „Aurore" bespricht in einem Leitartikel die pogro markigen Ausschreitungen gegen die Irrden in Tunis, die unter Führung französische Soldaten zu Mordtaten und Plünderungen in Sfax, Biserta, vor allem! aber' in der Stadt Tunis geführt und unter den nordafrikanischen Juden eine außerordentliche Beunruhigung hervorgerufen haben. Erst ganz langsam sickerte, da die französische Zensur alle Nachrichten unterdrückt hat, die Wahrheit durch und man erhält einen Eindruck von dem gewaltigen Amfang der Ausschreitungen. Die in Genf erscheinende „Revue du Maghreb" hatte schon vor längerer Zeit die französische Regierung vergeblich darauf hingewiesen, daß die in Tunis betriebene s y st e m a t i s ch e* a nt is e in it i s ch e Ca mp a g n e zu blutigen Exzessen führen müsse- Seit vielen Monaten hetzt nämlichdas offizielle Regierungsorgan, die „Depsche Tunistenne" und das Blatt „Colon Franyais" in auf« reizender Weise gegen die Juden. Beide Blätter stellen die Juden, obwohl sie durch Gesetz vom Heeresdienst ausgenommen sind, als Drückeberger hin und entfalten 'überhaupt eine konsequente antisemitische Propaganda. Die entsetzlichen Ausschreitungen sind eins selbstverständliche Folge dieser Hetzaröeit, die die französische? Regierung nicht nur nicht hindert, sondern in ihrem offiziellen Megierungsorgan andauernd gefördert hat. Wissenschaft und Kunst. Die jiööische Bühne ln Wien den österreichischen BiiBnetS* verein auf genommen. Die ^Bühnenz eitun g" teilt ^nit. daß sich der Wiener Bühnenverein entschlossen habe, die Mitglieder der jiddischen Bühne -in seinen Verband aufzunehmen. Do. Markus €anhan in Wien ist 71 Fahre alt gestorberu Mit seinem Hinscheiden hat dw historische Wissenschaft einen schweren Verlust erlitten. Das ^eld seiner Betätigung war die vergleichende Literaturgeschichte. Wir nennen nur einige seiner Werke: „Die Quellen des Dekamerone" (ein bahnbrechendes Werk), „Beiträge zur Geschichte der italienischen Novelle"; eine Biographie Boccaccios; „Die italienische Literatur am österreichischen Hofe"; „Geschichte der italienischen Literatur im 18. Jahrhundert". Ferner „Skizzen aus der jüdischen Geschichte". Der stille und bescheidene jüdische Gelehrte ist gestorben, ohne einen Ehrentitel oder sonst eine Auszeichnung erlangt zu haben. Landau,