Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1918)
- Article
- Falsche Aufklärung
- Date
- 1918-02-01
- Page
- 86 (sequence 2)
- Language
- German
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Im Deutschen Reich.- „zu in. Dienstgebra u ch,u HerauZgegeLene Schrift in einigen Einzelheiten Anlaß. So heißt es auf Seite 13: Frage: Wohnen nur Deutsche im Neuen Deutschen Reich? Antwort: Rein! Vor dem Kriege betrug die Bevölkerung 'gegen 68 Millionen. Davon waren 3,4 Millionen Polen, 0,8 Millionen Wenden, Danen, Franzosen-- - 0,8 Millionen Juden.. Hier werden also neben Dänen und' Franzosen auch Wenden^ Polen und Juden als Aicht deutsche gekennzeichnet. Das ist eine staatsrechtlich ganz falsche Darstellung, die überaus geeignet ist, den einfachen Mann irrezuführen. Sie kann das kameradschastliche Zusammenarbeiten der deutschen Soldaten vor dem Feinde nur gefährden. Die zuletzt genannten BevÖl kerungsteile sind deutsche Staatsbürger wie alle anderen nnd haben einen Anspruch darmh an und hinter der Front als solche angesehen zu Werdern In Ucnmaxt (Westpreußen) ist auf Veranlassung des NittertzuLsbesitzers tzauptmann a. D. Modrow das einzige jüdische Mitglied C. Landshut nicht mehr als Mitglied der Kreisausschüsse für die AÄZwahl der Schöffen und Geschworenen wiedergewählt worden.^ Wie der „Allgemeinen Zeitung des Judentums" berichtet wirdwurde auf dem Kreistag Herrn Modrow entgegengehalten, daß Herr LandshuL beinahe dreißig Jahre lang ehrenamtlich das Amt versehe und man ihn doch nicht gerade jetzt während des Burgfriedens ohne weiteres hinauswählen könne. Herr Modrow erwiderte, Es läge gerade im — konservativen Interesse, durch die Aichtwiederwähl des Herrn LandshuL (für den ein christliches Mitglied gewählt Wurde) seine konservative Gesinnung zu bekunden. ßn Her Deutschen tzschfchulzeitung, die in Wien erscheint, wird die liebliche Frage aufgeworfen: „Warum erlaubt man Volksf rem den, Eindringlingen aus dem Osten, dem deutschen Volke, allen christlichen und arischen Völkern überhaupt fremd und feindlich» ihr wesensfremdes Fühlen und Denken diesen Völkern aufreden,. ausschwatzen und --lügen, aufzwingen zu dürfen? Heraus mit dem Verbot für AichL deutsche, deutsche Zeitungen schreiben zu dürfen. Sie sollen h e ö r a i s ch schreiben! Aur ein Wort für jeden Giftmischer, der unsere Seele morden will: Judas! Brennt ihm das Kainsmal auf die Stirne!" Der .aufgeregte Verfasser überschreit sich. Diese Art Tollheit wirkt, wenn man von dem ethischen Widerwillen absieht, den solche Ausführungen Hervorrufen müssen, ungemein komisch. Anö nicht getauft? In der.„Vossi'chen Zeitung" (21. Januar 1918) veröffentlicht IustizraL Chodziesner Erinnerungen an Munckel den bekannten, vor 14 Fahren ^storöenen freisinnigen! AbgeordneLen und vielbeschäftigten RechtsULwalL. Munckel saß in Einer Weinstube in Alt-Moabit inmitten einer Zahl von Anwälten, die alle im nahen Kriminalgericht zu jfcun hatten, Das Gespräch war sehr lebhaft, Witze flogen hin und her, da wandte sich Munckel plötzlich ernsthaft an einen Kollegender im Rufe antisemitischer Gesinnung.stand: — „Hören Sie mal, mein Lieber, man hat mir gesagt, Sie wären Zetauft." — „Ich getauft?u fuhr der andere los, „das habe ichö Gott sei Dank, nicht nötig/' —; „Warum denn nicht?'' — ^FH bin von christlichen Eltern geboren.^ ^And nicht getauft?" fragte Munckel" mit einem Leinen LLchelch Ern dröhnendes Lachen war die Antwort. Die rnchtjüdischen Ltrrsgslreferanten in Angarn. Me ungarischen Antisemiten haben in ihrem Verleumdungsfeldzug gegen die Juden mit Vorliebe behauptet, daß die große Reichtü.mer ans