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Im deutschen Reich · 1917-12-01 · Heft 12 (Dezember 1917) · p. 522

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 12 (Dezember 1917)
Article
Der polnische Ministerpräsident und die Juden
Date
1917-12-01
Page
522 (sequence 2)
Language
German
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Im Deutscher: 9vcia).' fricbcnbeit aller Bürger, unabhöngig von Na! ionalität und Glaubeü,- bildcr: die elementare Bedingung der staatlichen Mach-/' — ölncharezewski spielte ffbaun ans die Bormürse au, die inau iijm im Hinblick ans die Walii kämpfe bei den Drnnawablen IUI 2 machte, und erklärte, daß sich seine da;uaügen Einsichten nicht von seinen hentigcu unterschieden; denn anch damals habe er die (Gleichberechtigung ackern voraugesiellt. Nach ■einem eirrgehendeu. Rückblick auf die Eutwickelung der jüdischpolnischen Beziehungen, forderte der Ministerpräsident aus, die Bergangenheit ruhen lassen und den gegenwärtigen geschichtlichen Augenblick zur Richtschnur zn nehrneu. „Die Stelümgnahrne der jüdischen! Bevölkerung zrim Postulat der Unabhängigkeit und des WiederaufbarrcS .Polens wird neben der leincur Zroeifel rrutcrliegendeu grundsätzlichen! Stellung der polnischen Regierung in der jüdischen Frage für die Zukunft dieser -Frage lange Jahre hindurch von größter Bedeutung sein. Ich glaube und Lin überzeugt," so schloß der Ministerpräsident, „daß, die Lage der jüdischen Bevölkerung in Polen nur arg Grund der Regelung der Beziehungen im Lande selbst bestimmte Formen auuehmerrr kann. Ich weiß nicht, ob irgendwelche Garantien fürdas Dasein der jüdischen Bevölkerung, welche bou a u S w ärtS erlangt werde:: sollten, von Erfolg sein wurden. Sie würden vielmehr bei der polnischen Bevölkerung den'Eindruck unbegründeten Mißtrauens gegenüber den jüdischen Mitbürgern 'Hervorrufen und könnten als Versuch gedenket werden, den Grundsatz der Unabhängigkeit des polnischen! Staarcs ui schmälern." Bücherschau. Pa? Scho -er alldeutschen Bewegung in Amerika von Ottv u m fl a r t c u. (Verlegt bei Engel: Dieder ichs in Jena» HO Veiten. 0,80 M.) Der Kieler Professor Baumgcncken hat in dieser lesenswerten Schrift die Wirrnngeu gezeigt, die die Bestrebungen und publizistischen Verkündigungen unserer Vlldentschen in ^lurerika aufgelöst haben. Gr läßt im wesentlichen die Tatsachen sprechen, indem' er -ans amerikanischen Schriften und Zeitungen Zitate gibt, die das Echo der alldeutschen Bewegung tmuMun.. Wenn wir auch innerhalb der schwarz-weisz.-roten Grenzpfähle wisse::» daß die Alldeutschen nicht die Stimme des Volkes sind, (auch jetzt nichit, obgleich sie. in der Dcntschen Vaterlandsparier ein angeblich neutrales Sammelbecken von großer Ausdehnung geschaffen haben), so wußten das die Amerikaner nichit, inrd diejenigen., die es wußten, brarrchtcn. es der Bevölkerung nicht zu sagen. Die Hinweise auf alldeutsche Länderfresserei und Welterobererpläne habeu dort Mißtrauen, Ab« Neigung und Hast Legen Deutschland gesät. Die erste Auflatzs der' Schrift von 5000 Exemplaren ist in kurzer Zeit vergriffen worden; das zeugt davon, daß sie einem allgenrein-politischerr Bedürfnis, 'das einschlägige Material bcifammcit zu haben, entsprochen hat. Wir können das Heft wann empfehlen, gewissermaßen auch pom jüdischen Standpunkt aus; denn Alldeutsche und Autrse» miten find häufig nicht voneinander zu scheiden. Hierüber finden unsere'Leser in den Ausführungen „Alldeutsch oder international^ irr dieser Nummer noch Näheres.- sch.

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