Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1917)
- Article
- Rabbiner Dr. Frank in Köln [Nachricht]
- Date
- 1917-12-01
- Page
- 520 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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520 Deutschen Neich. iT.at Troftifl hat. Dr. Frarck war u. ü. steM. Vorsitzender dcs Bcrbandcs der Vereine für jüdische Geschichte und Literatur. Schn segensreich war sein Wirken, in Köln., too er seit 1876 ununterbrochen als Rabbiner amtiert hat. Ibnt ist u. er. die Errichtung des israelitischerv Waisenhauses in!Kökn-Vrauusseld zu verdanken, vr. Frank war Jn-^ Haber des iNoten Adlerordens 1. blasse rlnd dcS Lkgl. KroueuordeuL S. MI affe. Ehrung eines Juden. Iu S ch n e i d e tu ü 6 l wurde auf .Antrag des Magistrates in geheimer Sitzung von der Stadtverordnetenversammlung belschlofscu, eine Stiftung von 10 000 Mh zu errichten und sie zu Ehren des Stadtrats Louis Schneider! „SLadtrat-Schueidcr-SLiftuug" zu nennen. Die Stiftung soll jrrngen Leuten, die sich einem gewerblichen «oder!au.fuuinnischen ^Berilf widmen, oder jungen Mädchen, die sich int Hausfrauenberuf gos^ bilden wollen,i Beihilfe gewähren. Wie wir dem. Bericht jb-cä „Sch.neidemühler Tageblattes" vom. 10. ^covencber entnehuren, leitet Loilis Schneider seit Mitte November 1916 das Städtische Lebens^ mittelamt in vorbildlicher Weise, obwohl die Ernährung der Bevölkerung gerade in Schneidemühl infolge der stark anwachseuden Einwohnerzahl ulld der großen Anzahl voll Industrie-- und Schwerarbeitern außerordentliche Schwierigkeiten bereitet. Aber Sstadtrat Schneider ..opfert seinem Ehrenamte jede Stunde des Tages und nimmt keine Aüclncbt auf fein vorgeschrittenes Alter und seine Gesundheit." — Stadtrat Schneider ist Vorsteher der israelitischen Gle!nls e i u d e in Schueiderunhl. Diese Ehrung zeigt wieder einmal, in wie selbstloser Weise sich Glaubensgenossen sin , dieser schweren Zeit dem Wohl der Allgemeinheit widmen. Ahi,» 'gesichts der imurer rücksichtsloser sich dreitmachenden Verleumdun-'. gen der Judengegner wirkt es wohltuend, wenn» wie in diesem Iall. das selbstlose Wirken eines Juden nicht nur dankbar, sondern auch ehrend anerkannt wird. ..Dem Lentralvercin zur Kenntnisnahme". Unter dieser aufmerksamen Spitzmarke schreiben die Deutschvölkischen Blätter vom 17. August: „In den „Hamburger Neuesten Nachrichten" vom 4. August beschäftigt sich „Prof. Tookieker" mit „Kriegstieren" und schreibt u. a. über den Geier: „Der G e i e r (Gauefus wu« chcrius) gehört zu den Tagraubviögeln. Er hat einen verhältnismäßig kleinen Kopf, 'aber sehr scharfe Augen dafür, wo irgend etwas zu ergattern ist. Er hat einen hakenförmigen Gesichtsvorsprung und lange Greisvrgane. Ost besitzt er einen nackten Schädel, doch gibt es auch, Schopfgeier" und „Bartgeier". Weitere Hauptarten sind der „Schmutzgeier" (bis zu. tausend Prozent Gewinn), der „Aasgeier" (der sich mit verdorbenen Sachen beschäftigt), und der .„Nabengeier", der sich auf.alles stürzt und die Menschen bestiehlt wie ein Nabe. Es wird die höchste Zeit, daß der Neichsadler diesen Geiern die Federn rupft!" „Hakenförmiger Gesrchtsvorsprung", „nackter .Schädel" über sowas." „Wer sowas!" möchten auch wir sagen. Die „Deutschvjok- Aschen Blätter" werden es noch mit dem Großgrundbesitz verderben. Hakenförmiger Gesichtsvorsprung gilt auch als Charakteristikum alten Wels, und mancher Großgrundbesitzer läuft mit einem „nackten Schädel" herum, während uran den Juden dichten Haarwuchs nachzusagen pflegt.