Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1917)
- Article
- Juden als Kriegsverlängerer
- Date
- 1917-12-01
- Page
- 508 (sequence 1)
- Language
- German
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L03 Im Deutschen Reich. Juden als Kriegsverlängerer. Die „Wiener „Re ich SP oft" hat eine längere Zuschrift veröffentlicht, die nachzuwmsen versucht, das; die $ubeit iufofcnt au der Verlängerung des Weltkrieges die Schilld iragen, als die größten Kriegshetzer in der englischen unb französischen Presse jüdischer Abstammung seien. Die „Wiener Reichspost" ist ein fromm katholisches Blatt, das zugleich den Antisemitismus pflegt, eine Spielart ltub Mischung, die bei uh3 in Deutschland glücklicherweise seht nicht zu finden ist. Umso überraschter waren wir, als rnir den Arnlel des österreichischen Blattes unter der Ueberschrist ,,H i n t e r d e n >t u l isse u d e s Welt k r i e g e s" in einent gut tachotischen Zentrninsblatl, der „Neilß-Grevenbroicher Zerrung" (Nummer 292 vorn 29. Oktober 1917) abgedrnckt fanden ohne einen Borbehalt, ohne einen Konnnentar, woenrch sich also das Blatt den Inhalt zu eigen nraeht. Wir iiioUcn rrieht irr ethischer Aufwallung den Burgfriederr beschroören, sondern zunächst unserem Bedauern Ailsdruct geben, das; solche aulisernitischerr Berlerrrndrlngert irr ein katholisches Blatt Deutschlands Eingarrg findert tointlcn, und ferner die Erwartung aussprechen, das; die Katholiken Deutsehlarrds, die so oft am. eigenen Leibe die Bitternisse verhetzender Lügen nub unberechtigrer Berlernndurrgen erfahren haben, sich nicht weiter zu Verbreitern und Förderern einer: schmachvollen Indenhetze machen werden. Das Zentrnnn ioenigstens hat offiziell antisernitische Bestreburrgerr stets verurteilt. Würden roir jene Ausführungen nrrr in der „Wiener Reichspost" gefnrrdcn haben, so würden luir uns schnwrlich mit ihnen eingehend befassen, da sie aber von dein Neuster Zeutrurnsblatt (oder vielleicht von rnehreren?) abgedruckt worden sind, wollen wir als würdigste Antwort einen knappen Nachweis ihrer Lügenhaftigkeit geberr. Der Verfasser behauptet, die öffentliche Meinung der Welt werde 'vorwiegend von Nichtchristen, „jenseits von Glaube, Recht, Gewissen, gemacht nach den Bedürfnissen jenes Weltkapitalisinus, der durch die Offenbarungen des Weltkrieges doch die schlcchthinige (!) Verdammung erfahre". An der Spitze wird das berüchtigte T e l egr ap hjen b ü ro Reuter genannt. Gegen die verleumderische Tendcnzarbe.it des Reuterschen Büros treten alle deutschen Blätter einschließlich der jndenfreundlichen und der jüdischen auf. Das allein sollte die Juden vor dem Verdacht schützen, mit jenem Büro gewissermaßen verwandt zu sein. Der längst gestorbene Begründer war Jude, also — mau kennt das weitere« Das Büro Reuter wird von der englischen Regierung ebenso benutzt wie das Wolffsche Telegraphenbüro von der deutschen. Jene hat das ReuLersche Büro kurz vor dem Kriege mit ihren eigenen Mitteln ausgebaut und criucitcrt; Reuter ist Werkzeug der Regierung, nicht Werkzeug pon Juden. Daß übrigens