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Im deutschen Reich · 1917-11-01 · Heft 11 (November 1917) · p. 475

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 11 (November 1917)
Article
Herr H. S., Darmstadt
Date
1917-11-01
Page
475 (sequence 1)
Language
German
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SkicfYafletf. 475 Vrieslasten. Herr H. S., DarmstadL. Der Burgfriede ist eben nur für die liberale und die jüdische das heißt ausdrücklich zur Vertretung des Judentums bestimrnte Presse da. Die Vauernbündlex in ihrem hessischen Landtag kehren sich an den Burgfrieden so wenig, wie die Antisemiten anderwärts. Wir nehmen an, daß die von den Herren behairpteten Dinge sich gründlich anders verhalten — für einen Aachwo rs in dieser Richtung waren wir dankbar. Herr Malter B.... ,,ä, München. Sie können uns wirklich nicht znmuten, das; wir immer wieder auf die leidige und herzlich gleichgültige Meyrink-Angelegenheit znrüctkommen. Wenn das von Ahnen genannte antisemitische Blatt immer wieder behaupt» seine .Mutter sei die „jüdische" Schauspielerin Marie Meyer gewesenso gönnen Sie ihm die Freude. (Line Lüge wird freilich durch vielfache Wiederholung nicht zur Wahrheit, aber seit wann lassen sich antisemitischa VWter von! ihren Lieblmgs-Anwahrheiten ab» drängen? Aebrigens kann der Meyrink-Rummel der antisemitischen Blätter für uns kein Anlaß zu einer A-ederscha.tz.Ung oder gar zu einer Verherrlichung dieses Romandichters sein, der gewiß sehr begabt ist, dessen „Golem" aber jüdische Leser vielfach empfindlich verletzt, '' ' Lr B. G...... g, Berlin. Ob der bekannte, erfolgreiche Komponist sich Gilbert oder Winterfeld nennt, kann uns wirklich gleich fein. Mögen die „Dentschvolkischen Blätter" sich mit dieser Frage ernstlich befassen — wir meinen, daß zurzeit wichtigere Dinge die Welt beschäftigen. Frau Johanna St., Dresden. Der Schweizer General Mille hat in bezug auf die Aeußerung vom „dreckigen ausländischen Juden" so bündige Erklärungen abgegeben und so bestimmt versichert, daß jede Mißachtung der Juden seiner „Denkweise diametral entgegengesetzt" sei, daß man den Vorfall für aufgeklärt und erledigt halten darf. Herrn Dr. 5t:ti\n. In einem langen, phrasenreichen Artikel erwähnt die „Vommersche Tagespost" u. a. auch den „jüdischen Großwucher". So gedankenlos das Wort da hkugesetzt ist, Phrase unter Phrasen, kann es doch auf beiden Seiten verbitternd wirken. Aber trotz des auf Ablenkung und Verwirrung berechneten Geschreis der judenfeindlichcn Presse wird das deutsche Volk doch allgemach, auch 'ohne unser Zutun, darüber klar, wo der „Großwucher" 'zu fnrden ist. Bernh. 2C? ,? . g, Königsberg. Der zum Anlcrstacrtssekrctar' r'm Reichsschatzamt berufene Abg. Schiffer ist allerdings „von jütischer Abkunft", er hat sich sogar erst spät, als Amtsrichter inZab^e» Laufen lassen. Daß die gleich ausgezeichnete Begabung, das 5 leuch reiche Wissen, die gleich überlegene politische Einsicht einem Lnr jüdischen Glauben verharrenden Manne doch nicht den Weg zu einem gleich wichtigen Amte bahnen könnte, daß also noch immer mehr nach dem Glauben als nach der Begabung bei Besetzruhg wichtiger .Stellen gefragt wird, bleibt beLIagenswert. Henry H—dt., Berlin und anderen Einsendern. Die schön empfundenen, dem Andenken unseres unvergeßlichen Justizr. Horwitz gewidmeten Verse 'können wir leider .in unserer Zeitschrift nick^ unterbringen.

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